Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Umbau des Freibads Biebermühle beschäftigt Rodalber Rat

Eine natürliche Quelle speist das Rodalber Freibad. Das gilt als Alleinstellungsmerkmal im Kreis.
Eine natürliche Quelle speist das Rodalber Freibad. Das gilt als Alleinstellungsmerkmal im Kreis. Archivfoto: Heinen

Die Vorstellung der Machbarkeitsstudie zum Freibad auf der Biebermühle ist der spannendste Tagesordnungspunkt in der Sitzung des Verbandsgemeinderates am Montag, 25. November (18 Uhr). Vom einfachen Erhalt des Bades bis zur Umgestaltung zum Erlebnisbad ist alles möglich. Dazwischen liegt der Umbau zum Naturbad.

Der VG-Rat ist sich einig, dass das Freibad Biebermühle erhalten werden soll, am liebsten als interkommunales Projekt mit der VG Thaleischweiler-Wallhalben, schon der höheren Förderung wegen. Die Fraktionen stimmen überein, dass es Investitionen bedarf, um die Einrichtung instandzusetzen. Im Unklaren blieb bisher aber, ob umgebaut wird. Wäre dadurch die Attraktivität zu steigern, stellt sich die Frage, in welcher Höhe die Gemeinde Mittel aufwenden will.

Verbandsbürgermeister Wolfgang Denzer sprach zuletzt von einem „Flickenteppich“, den die Verwaltung im Frühjahr bis zur Öffnung des Freibads im Juni abzuarbeiten habe. Da seien locker gewordene Fliesen festzukleben, Anstriche zu erneuern, Ränder abzudichten. Es gebe hohe Wasserverluste, wobei die VG noch glimpflich davon komme, weil das Bad von einer natürlichen Quelle gespeist wird. Trotzdem: Das jährliche Defizit beläuft sich auf rund 40.000 Euro.

Zu wenig Besucher

Ungeachtet aller Mängel verfügt das Schwimmbad über Vorzüge und Alleinstellungsmerkmale. Das frische Wasser macht den größten Trumpf des Rodalber Freibads aus. Auch mit der großflächigen Liegewiese und Schatten spendenden Bäumen kann es klotzen. Als Besonderheit gilt der Bach, der durch das Gelände fließt. Nur zeigt die Erfahrung: Die Besucheranzahl hält sich in Grenzen. An einem Sommertag kommen im Schnitt 200 bis 300 Besucher hierher, an einem heißen Wochenende 600 bis 700. Die 1000er-Marke wird ganz selten geknackt.

Wie mit dem Schwimmbad umzugehen ist, sollte eine erste Machbarkeitsstudie zeigen, deren vorläufige Ergebnisse das Ingenieurbüro Obermeyer (Kaiserslautern) dem VG-Rat vor drei Jahren erläuterte. Doch in Anbetracht der hohen Kosten stellte sich zunächst Ratlosigkeit ein. Die schönen Aussichten auf ein modernisiertes Schwimmbad bekamen einen Dämpfer. Je nach Variante schwankten die aufzuwendenden Mittel zwischen einer Million und drei – oder gar vier Millionen Euro.

„Paradiesische Voraussetzungen“

Variante eins sieht schwerpunktmäßig die Abdichtung der Becken vor. Der Sanierungsaufwand wurde auf eine Million Euro geschätzt. Die zweite Variante mit neuer Folienbeschichtung, neuer Ablaufrinne und umgebauten Beckenköpfen sollte 1,3 Millionen Euro kosten, und Variante drei, der Umbau zum beheizbaren Erlebnisbad, bewegte sich auf vier Millionen Euro zu. Mit cirka zwei Millionen Euro liegen die Ausgaben für die Herstellung eines Naturbads laut Denzer wohl dazwischen.

Das Naturbad sei mit originellen Elementen ausgestattet, nutze den Bachlauf mit Brücken und gewährleiste vor allem die biologische Wasseraufbereitung. Für ein Naturbad bestehen auf der Biebermühle „paradiesische Voraussetzungen“, hieß es Denzer zufolge vonseiten des Planungsbüros. Durch die Alleinstellungsmerkmale ließe sich die Besucheranzahl nach Einschätzung des Büros von derzeit knapp 10.000 auf 40.000 Besucher pro Saison steigern.

Umgebung unansehnlich

Ratsmitglieder forderten daraufhin einen Businessplan mit klaren Aussagen zum erwarteten Besucherzuspruch, der Kosten-Nutzen-Rechnung und den Folgekosten. Auch der Ausschuss für Kultur und Tourismus hat Stellung bezogen: Unter anderem äußerte er Kritik am unansehnlichen Umfeld, wo Asphalt und Steinbrocken zur Wiederverarbeitung gelagert werden. Die Umgebung müsse auf jeden Fall in irgendeiner Form verschönert werden.

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