Rheinpfalz Tierseuche: Fuchsräude tritt vermehrt auf

«Südliche Weinstrasse.» Es ist ein Leidensweg für die Tiere: Vermehrt häufen sich Fälle von Fuchsräude in der Pfalz – und auch an der Südlichen Weinstraße. Rolf Minges, Pächter des Jagdreviers in Waldhambach, erzählt im Gespräch mit der RHEINPFALZ, dass in seinem Gebiet in letzter Zeit häufiger Tiere gesichtet worden seien, die von dem Parasiten befallen waren. Der Jäger hält das für ein Problem. Begründung: Die Krankheit ist für Hunde hochansteckend. Er rät Haltern, ihre Tiere beim Spaziergang durch den Wald stets an der Leine zu führen, um direkten Kontakt mit Füchsen zu vermeiden.
Katinka Schellenberger, Tierärztin aus Landau, sagt, sie habe in diesem Jahr erst einen Hund behandelt, der sich mit der Fuchsräude angesteckt hat. Sie könne jedoch nicht einschätzen, ob sich die Krankheit ausgebreitet habe. Ärzte müssten Hunde, die sich infiziert haben, nicht melden. Es gebe daher auch keine Statistiken über die Fuchsräude, erklärt die Medizinerin. Die Krankheit entsteht durch einen Milbenbefall. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um die Grabmilbe, die im Biologendeutsch „Sarcoptes scabiei“ genannt wird. Die kleinen Tierchen bohren sich in die Haut der Füchse und legen dort ihre Eier und ihren Kot ab. Die sorgen für hochgradigen Juckreiz. Die kranken Tiere scheuern sich deshalb in der Regel die befallenen Stellen auf. Dadurch kommt es zu weiteren Infektionen. Diese enden höchstwahrscheinlich tödlich. Die Krankheit ist durch direkten oder indirekten Körperkontakt übertragbar. „Wenn sich beispielsweise ein Fuchs an einem Baum gewetzt hat, können sich weitere Tiere an diesem Baum infizieren“, erklärt Schellenberg. Die Krankheit sei Ausdruck eines zu hohen Fuchsbestands, betont der südpfälzische Kreisjagdmeister Jörg Sigmund. „Hohe Fuchsbestände gibt es immer dann, wenn es auch viele Mäuse gibt.“ Das sei auch in diesem Jahr der Fall.