Kultur Südpfalz Tierisches und Menschliches

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Menschen und Tiere stehen oft in einer ambivalenten Beziehung zueinander. Das Tier kann „Partner oder Opfer des Menschen sein“, wie auch Kunsthistorikerin Christina Körner findet. Menschen stufen Tiere als Luxus oder als Nutzobjekt ein. Dieses Geflecht steht im Mittelpunkt der Arbeiten von Veronika Olma. Die Künstlerin aus der Westpfalz ist im artelier 21 mit einer facettenreichen, hintersinnigen und heiter-ironischen Ausstellung zu sehen, in der Tierisches und Menschliches kunstvoll verbunden wird.

Mit unterschiedlichen Stilmitteln setzt Olma, die seit einigen Jahren einen Hund zu ihrer Familie zählt, ihre Ideen um. Da sind zum einen ihre abstrakten Tempera-Werke, klassisch auf eckiger Leinwand gestaltet. „Bambi“, „Eber“ oder „Hase und Igel“ werden von Veronika Olma auf kompakte Farbflächen gesetzt. Sie schweben haltlos im Farb-Raum, verbindendes Element der Arrangements sind Kreis oder Ovale, Luftblasen sehr ähnlich. Eine verblüffende, lebhafte Wirkung erzielt die Künstlerin, die in diesem Jahr wieder in zahlreichen Ausstellungen zu sehen ist, mit ihren „Cut-Outs“, die zu den neuesten Arbeiten von Olma gehören. Wieder bildet Farbe, dunkel und diffus verwischt, den Hintergrund für tierische Porträts. Es sind nicht nur reine Abbilder, die Malerin verleiht ihren Objekten Charakter und Persönlichkeit. Die kleinformatige Serie „Schattendasein“ stellt einen Schäferhund in den Fokus. Sein Gegenspieler ist ein Mensch, vermutlich ein Junge, der selten in seiner Körperlichkeit, viel häufiger als dunkler Schatten in das Motiv hineinreicht. Wer sich schon einmal mit passionierten Kaninchenzüchtern unterhalten hat oder Leistungsschauen mit prämierten Kaninchen besucht hat, wird bei den drei Gemälden „Deutscher Riese“ herzlich lachen. Veronika Olma hat auf einer annähernd kreisrunden Schiefertafel, sie erinnert fast an Ehrenteller, die Vereine ihren Mitgliedern verleihen, Züchter mit ihren Prachtexemplaren verewigt. Einfach köstlicher Humor, der in Kunst umgesetzt wird. Schon der Titel macht neugierig, denn was könnte sich hinter „Stickstoffboxen“ verbergen, fragt sich mancher Besucher. Wer die Treppe zum Dachgeschoss erklommen hat, erkennt schnell: Nein, um das Gas geht es nicht, die Hülle der kleinen Kästchen ist aus Stoff, der bestickt und bemalt wurde. Beim Blick auf alle Oberflächen jeder Box können Sprüche entdeckt werden. Die gestickten Lettern übermalte Veronika Olma, wieder, mit Tieren. Das Material Schiefer diente auch in ihrer Serie „Schiefertafeln“ als tragende Fläche. Zu leuchtend roten, pinselbreit aufgestrichenen Signalstreifen kombinierte die Künstlerin Alltagsgegenstände, grafisch und sehr filigran aufgetragen. Und rückte damit schlichte Dinge wie einen Korkenzieher, einen Schirm, eine Saftpresse, einen alten Stuhl oder eine Maus, also doch wieder ein Tier, in den Mittelpunkt.

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