Buch aktuell RHEINPFALZ Plus Artikel Themen für junge Leute: Holger Kellmeyers „#IchbinArtemis – Dämonenschatten“

Mann mit zwei Leidenschaften: Holger Kellmeyer, der gerade seinen ersten Roman veröffentlicht hat.
Mann mit zwei Leidenschaften: Holger Kellmeyer, der gerade seinen ersten Roman veröffentlicht hat.

Artemis ist 15 Jahre alt und Heldin eines Jugendbuchs. Sie kämpft gegen Mobbing – und Dämonen. Wie sie dank guter Freunde und magischer Hilfsmittel mit finsteren Mächten fertig wird schildert Holger Kellmeyer in seinem Debütroman.

„Ich habe Geschichten geschrieben, seit ich schreiben kann“, erzählt der 42-jährige Lehrer, der mit Frau und drei Kindern in Annweiler wohnt und im Europagymnasium Wörth unterrichtet. Schon als 15-Jähriger gewann er einen Preis für eine Kurzgeschichte. Doch Schreiben als Hauptberuf, das war für Holger Kellmeyer nicht drin. So studierte er und wurde „Lehrer aus Leidenschaft“. Die vielen Ideen und Geschichten schlummerten zum größten Teil in der Schublade. Bis es an der Zeit war, die zweite Leidenschaft wieder ans Licht zu holen.

Dass „#IchbinArtemis – Dämonenschatten“ fertiggeschrieben wurde, ist unter anderem einer Wette zu verdanken, erzählt der Autor. Mit einem Freund, der Musiker ist, habe er darüber geredet, dass beide in einem Motivationsloch steckten. Die beiden schlossen eine Wette ab: Was ist zuerst beendet, das Musikstück oder der Roman. Wer hat die Wette gewonnen? Holger Kellmeyer lacht: „Beide. Weil beides fertig geworden ist.“

Ein Zauberbuch als Vermächtnis

Das erste Artemis-Werk – weitere sollen folgen – ist eigentlich ein Horrorroman für junge Leute ab etwa 15. „Horror sagt man heute nicht mehr“, weiß Kellmeyer. Sein Verlag spricht in perfektem Denglisch vom „Auftakt einer All-Age Urban-Fantasy-Reihe“. Es geht um Themen, die junge Leute bewegen. Freundschaft, Auseinandersetzung mit dem Erwachsenwerden, Social Media-Mobbing – und die Macht der Gefühle. Der Schulalltag spielt natürlich eine Rolle, „aber es ist eine fiktive Welt“, betont der Autor. Er schreibt klar und spannend, kurze Sätze, keine Schnörkel.

Zur Story: Innerhalb weniger Tage sterben zwei Kinder unter tragischen Umständen an Artemis’ Schule. Weil die Schülerin das Foto eines Jungen namens Ben, der Selbstmord begangen hat, kurz vorher gepostet hat, geben ihr Klassenkameraden die Schuld an seinem Tod. Es folgt ein gewaltiger Shitstorm, den Artemis kaum ertragen kann. Und dann wird es ganz und gar unheimlich: Ben schickt ihr einen Abschiedsbrief, den er kurz vor seinem Tod verfasst hat, und vererbt ihr ein Grimoire. Für alle Nicht-Fantasy-Leser: Ein Grimoire ist ein Zauberbuch, das angeblich magische Kräfte besitzt.

Die Dämonen ruhen nicht

Ausgestattet mit diesem Buch begeben sich Artemis und zwei weitere Jugendliche in eine finstere unheimliche Welt. „Gelingt es Ihnen, die Todesfälle aufzuklären und das heraufdämmernde Grauen zu besiegen, oder wird Bens Erbe auch sie ins Unglück stürzen?“ heißt es im Klappentext, der neugierig machen will aufs Lesen.

Ein Buch als Waffe gegen übernatürliche Kräfte und Gefühle, die wie böse Monster sind – das könnte man als Botschaft sehen für eine Jugendgeneration, die in ihrer großen Mehrheit digitale Medien dem guten alten Buch vorzieht. Holger Kellmeyer lässt das gelten, wiegelt aber auch ab: „Es ist und bleibt Unterhaltungsliteratur.“

Inzwischen hat der Wahlpfälzer schon die zweite Folge der Artemis-Reihe in Arbeit. Die Dämonen geben also keine Ruhe, und die tapfere Artemis kämpft weiter.

Lesezeichen

Holger Kellmeyer: „#IchbinArtemis – Dämonenschatten“; Epyllion-Verlag Kronau; 494 Seiten; 16 Euro; ISBN 978-3-947805-83-9.

Das Buchcover aus der „All-Age Urban-Fantasy-Reihe“.
Das Buchcover aus der »All-Age Urban-Fantasy-Reihe«.
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