Rheinpfalz Tüfteln im Grünen
«Mannheim.» Entdecker, Erfinder, Tüftler – noch bis Sonntag dreht sich im Mannheimer Luisenpark alles um das Thema „Abenteuer Energie“. Bei den zwölften naturwissenschaftlichen Erlebnistagen „Explore Science“ („Wissenschaft entdecken“) der Klaus-Tschira-Stiftung, dem größten Wissenschaftsfest der Region, sollen die Besucher feststellen, wie viel Spaß Naturwissenschaften machen können.
„Es soll tatsächlich Schulen in der Region geben, die uns noch nicht kennen – aber viele können das wirklich nicht mehr sein“, meint Mara Knapp, Sprecherin der Klaus-Tschira-Stiftung. Nackte Zahlen sprechen für ihre selbstbewusste Aussage: „Wir haben alleine für die Schülerwettbewerbe 2300 Teilnehmer aus 125 Schulen.“ Teilweise kommen die Nachwuchswissenschaftler aus Stuttgart, Wiesbaden und Gießen in den Luisenpark. „Ich bin jetzt schon zum zehnten Mal hier“, sagt beispielsweise Christoph Kommer. Der Student hat dafür eigens seine Doktorarbeit im Fach Physik liegen lassen und bewertet stattdessen lieber den Erfindungsreichtum der Schülergruppen, die auf der Wiese vor dem Campus der Seebühne ihre selbstgebastelten Wasserraketen in den Himmel schießen. „Es geht dabei um die reine Flugzeit und um den Auslösemechanismus des Fallschirms, aber auch um die Kreativität bei der Gestaltung“, verrät er die Kriterien der Jury, die teils aus gestandenen Hochschulprofessoren besteht. An diesen Tagen tauschen sie gerne den Hörsaal gegen den Park. Und auch etwas abseits der Wettbewerbs-Arena wird getüftelt. „Wir hatten vorhin Probleme beim Auslösen“, erzählt der 13-jährige Jonas aus Altlußheim. Gemeinsam mit seinen Freunden versucht er nun, die Wasserrakete wieder in Schuss zu bekommen. „Bei unseren Tests hat alles funktioniert.“ Die Reparaturen sind offensichtlich erfolgreich gewesen. Beinahe majestätisch zischt die zur Rakete umgestaltete Wasserflasche hoch in die Luft. Nur bei der Landung gibt es leichte Schwierigkeiten. „Jetzt müssen wir eben versuchen, die Rakete wieder vom Baum zu bekommen“, sagen die vier Jungs. Die Wasserraketen stehen auch heute im Mittelpunkt. Besucher des Luisenparks können den Schülerwettbewerb mit „Bausätzen“ nachempfinden. „Wir stellen dafür die Raketen. Das Geheimnis ist aber das richtige Mischungsverhältnis aus Wasser und Druckluft darin“, verrät Kommer. Auch die Partnerschulen der Klaus-Tschira-Stiftung sind heute wieder mit dabei. Die IGS Ludwigshafen-Gartenstadt zum Beispiel. „Wir sind gleich mit drei Themenfeldern hier vertreten“, erzählt Lehrerin Anne Witzel. Im Mittelpunkt stehen dabei die Forschungen rund um die schuleigenen Bienenstöcke. „Wir haben den Zusammenhang zwischen Energie und Honig hergestellt.“ Auch mit einem Lehrfilm aus dem Leben der Bienen war das der Ansatz. „Es geht darum, wie die Bienen die Temperatur in ihrem Stock regeln.“ Die Lehrerin freut sich über den Andrang am Stand der Schule. Schließlich gibt es Honig aus eigener Produktion zu gewinnen. Schüler und Lehrer freuen sich gleichermaßen in jedem Jahr auf das Wissenschaftsfest, ergänzt Gerd Hegeler-Burkhardt. „Wir sind im vierten Jahr als Partnerschule dabei. Es ist immer ein tolles Erlebnis.“ Das gilt auch für die Gruppe aus der zweiten Ludwigshafener Partnerschule, dem Carl-Bosch-Gymnasium. „Wir haben uns in verschiedenen Bereichen mit dem Thema Energie und Bewegung auseinandergesetzt“, berichtet Lehrerin Gülhan Deveoglu. Nicht nur die Naturwissenschaftler, sondern beispielsweise auch der Bereich Kunst hat sich Gedanken gemacht, das Thema altersgerecht für Kindertagesstätten und Grundschulen aufzubereiten. Herausgekommen sind mehrere Antriebsweisen. So schafft das „Mausefallen-Auto“ Strecken von bis zu drei Metern, wird Büromüll wie leere Tintenpatronen, Flaschenverschlüsse und Büroklammern ebenfalls zu Fahrzeugen. Das alles und noch viel mehr gibt es noch bis einschließlich morgen im Luisenpark zu entdecken. Den Eintritt in den Luisenpark übernimmt übrigens ebenfalls die Stiftung von SAP-Mitbegründer Klaus Tschira.