Rheinpfalz Stellenabbau: IG Metall hält Terex „Salamitaktik“ vor

ZWEIBRÜCKEN. „Im Moment ist das Unternehmen wieder am Zug“, sagt Ralf Cavelius von der IG Metall Homburg-Saarpfalz nach der offenen Versammlung, bei der sich rund 600 Terex-Mitarbeiter über die Situation beim Kranbauer informiert haben, der einen Standortumbau und den Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen angekündigt hatte.
Kritik gab es an der „Salamitaktik“ des Unternehmens, das gegenüber dem Betriebsrat weitere betriebsbedingte Kündigungen angekündigt hat. Weil sich die Auftragslage verschlechtert habe und nicht mehr genug Arbeit da sei, sollen 75 Kündigungen ausgesprochen und zehn befristete Arbeitsverträge nicht verlängert werden. Einen Termin, zu dem die Kündigungen ausgesprochen werden, gebe es nicht, so Cavelius. Betriebsrat und Gewerkschaft kritisierten, dass das Unternehmen versuche, aus dem Standortumbau zwei Projekte zu machen – auf der einen Seite betriebsbedingte Kündigungen ohne Sozialplan oder Abfindungsregelung, auf der anderen die Schließung des Zweigwerks Bierbach und der Personalabbau in allen Bereichen. „Wir sehen das als eine Gesamtmaßnahme“, betonte der Gewerkschafter. Zuletzt sei der Betriebsrat um Stellungnahmen gebeten worden, die fristgerecht abgegeben wurden. „Die Mitarbeiter merken, jetzt wird’s konkret“, so Cavelius. Die Stimmung bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag sei gedrückt gewesen, „es herrschte eine hohe Aufmerksamkeit, man hätte eine Stecknadel fallen hören“, ergänzte er. „Terex war ja zuletzt im Zwei-, Drei-Jahres-Rhythmus von Attacken betroffen“, erinnerte er. So gravierend wie der jetzt angekündigte Standortumbau sei noch keine gewesen. „Das ist jetzt ein regionales Projekt geworden“, sagte Cavelius, nicht nur die Terex-Mitarbeiter, sondern weitere Unternehmen in der Region, die Terex zuliefern, seien betroffen. „An den 100 Millionen Euro, die bereitstehen, sieht man, dass Filipov mit dem Kopf durch die Wand will“, sagte Cavelius mit Blick auf die Summe, die der Präsident von Terex Cranes für den Kampf zur Verfügung hat. „Das wird ein spannendes erstes Halbjahr“, sagte Cavelius. |daa