Rheinpfalz (Start?-)Schwierigkeiten

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Seit Sommer bedient die Südwest Mobil anstelle der Saar-Pfalz-Bus einen Großteil der Busstrecken im Landkreis. Kritiker hatten schon im Vorfeld bezweifelt, dass die Billigtochter einer Tochterfirma der Bahn AG all ihre Versprechen würde einlösen können. Und tatsächlich hagelte es vom Start weg Kritik der Kunden und der Fahrer.

Mit großem Tamtam hatte sich Südwest Mobil vor der Kulisse von Burg Lichtenberg vorgestellt. Von neuen Bussen und mehr Fahrern, von Fahrplanverbesserungen und touristischen Angeboten war da die Rede gewesen. Doch schon mit dem Start des neuen Schuljahres, kurz nach dem Startschuss für Südwest Mobil im Kreis Kusel, sah dann die Realität ganz anders aus. Immer wieder fielen Busse aus, kamen viel zu spät oder zu früh, Anschlüsse wurden verpasst. Haltestellen wurden ausgelassen, oder die Busse befuhren für die Fahrgäste überraschende, nicht nachvollziehbare Strecken. So etwas wie ein trauriger Höhepunkt: Im Oktober hielt ein Kindergartenbus nicht – wie vorgesehen – an einer Haltestelle in Etschberg, ein Vierjähriger landete am Ende statt zuhause bei der Kuseler Polizeiwache. Die RHEINPFALZ-Redaktion erhielt etliche Leserbriefe und jede Menge weiterer Beschwerden über das Busunternehmen. Doch nicht nur die Kunden beschwerten sich: Auch die Fahrer – die selbst ebenfalls Zielscheibe so mancher Fahrgastkritik waren – zeigten sich mehr als unzufrieden. Sie würden deutlich schlechter bezahlt als zuvor bei Saar-Pfalz-Bus; zudem kritisierten sie die Arbeitsbedingungen. Im Oktober berichteten Fahrer der RHEINPFALZ, die Busse stünden in einer dunklen Maschinenhalle, müssten mit Taschenlampen gesucht werden. Zudem befinde sich der Aufenthaltsraum in der Post – weit entfernt vom Betriebshof in der ehemaligen Bundeswehrkaserne, an dem es weder Toilette noch Waschbecken gebe. Sowohl das Unternehmen als auch die Kreisverwaltung als Auftraggeber haben mittlerweile Probleme eingeräumt. Südwest Mobil berichtete von den Schwierigkeiten beim recht kurzfristigen Start, da man nicht auf Strukturen und Fahrzeuge von Saar-Pfalz-Bus habe zurückgreifen können – hätte man dies getan, hätte es sich um einen Betriebsübergang gehandelt, und die Fahrer hätten auf ihren bisherigen Lohn pochen können. Damit aber hätte Südwest Mobil laut eigenen Angaben keine Chance gehabt, die Ausschreibung zu gewinnen. Im ersten Quartal des neuen Jahres, so das Versprechen, soll nun alles rund laufen. Weitere Fahrer würden eingestellt, die angekündigten neuen Fahrzeuge würden in Einsatz gestellt. Schulkinder, Eltern sowie Berufspendler bleiben skeptisch. Südwest Mobil bedient die Strecken für die kommenden zehn Jahre. (tmü)

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