Kurzkritik
Städtische Galerie Karlsruhe erinnert Peter Ackermann: Könner mit Stift, Nadel und Pinsel
Der Maler und Radierer Ackermann, 1934 in Jena geboren und 2007 in seinem toskanischen Refugium bei Cortona gestorben, war vor allem in den 70er-Jahren einer der wichtigsten deutschen Grafiker, wobei er die Malerei darüber keineswegs vernachlässigte. Von seinem breiten Können in diversen grafischen Techniken von der Zeichnung mit Bleistift oder Feder bis zu Radierung und Kaltnadelradierung zeugt nun auch diese Werkauswahl.
Ackermann war als Jugendlicher aus der DDR nach West-Berlin gegangen und machte dort das Abitur. Nach dem Studium in Berlin arbeitete er zunächst als freischaffender Maler in Karlsruhe, Er hatte schon in jungen Jahren beachtlichen Erfolg, erhielt 1965 den Deutschen Kritikerpreis, dem sechs Jahre später der Villa-Romana-Preis folgte. Nach einem Gastspiel als Gastdozent und Professor an seiner alten Berliner Hochschule wurde er 1977 Professor an der Karlsruher Akademie.
Ein wichtiges Thema in Ackermanns Werk ist die Architektur – das reicht von Bruchstücken über Ruinenmotive bis zu Portalen, Säulen, Fassaden oder verfremdeten, teils bedrohlich aufgetürmten Stadtteilansichten. Die Gebäude oder Straßenzüge wirken wie nicht bewohnt. Auffallend die schrägen Schraffuren auf dunklen Flächen, die diesen Radierungen und Zeichnungen einen besonderen Reiz verleihen. So etwa bei der Baustelle der Dresdner Frauenkirche auf einer Radierung von 1965. Oder bei der Zeichnung des „Sandkorn“-Theaters von 1983.
Und dann sind da Motive aus Italien. Nicht nur solche der klassischen Architektur, die er vor Ort zeichnete, sondern auch Ortsansichten und etwa die Radierung mit einem Blick in seinen toskanischen Garten. Der Fantastische Realist, als der er in früheren Jahren gesehen wurde, hat später zunehmend abstrahiert.