Kultur Südpfalz Spiegel der Kunsttrends unserer Zeit
Das Europa-Gymnasium auf dem Dorschberg in Wörth feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen, ein Jubiläum, das die Kunstlehrerin Andrea Mailänder auf eine ungewöhnliche Idee brachte. Sie initiierte eine Kunstschau, die Werke von über 30 Künstlers zeigt, von früheren und derzeitigen Lehrern sowie von frühen Schülergenerationen bis hin zu solchen, die gerade das Abitur bestanden haben.
Schauplatz der Schau ist die Städtische Galerie im Alten Rathaus. Nicht jeder, der gerne ausgestellt hätte, kam zum Zug. Die Kuratoren hatten nur eine begrenzte Ausstellungsfläche und wollten das Niveau so hoch wie möglich setzen. Dies ist gelungen. Eine große künstlerische Bandbreite wird gezeigt, die von Malerei über Grafik, Bildhauerei und Objektkunst bis hin zu filmischen Kunstwerken reicht. Die Arbeiten sind zugleich in ihrer Vielfalt ein Spiegel der Kunsttrends zum Zeitpunkt ihres Entstehens. Es liegt auf der Hand, dass nicht alle ausstellenden Künstler hier einzeln besprochen werden können, es wird vielmehr eine Auswahl aus verschiedenen Kunstrichtungen geboten, die Lust auf das intensive Beschäftigen mit den Werken bei einem Ausstellungsbesuch machen sollen. Viele der renommierten Künstler erhielten für ihre Werke bereits Preise. Den aktuellsten, den Haueisen-Preis des Kreises Germersheim, bekam Natascha Brändli (wir berichteten am Dienstag). Sie stellt drei Arbeiten aus diesem Jahr aus, die mit der Hand „gezeichnet“ wurden, ihr manuelles Entstehen und ihr Material sind an die Arbeit von 3D-Druckern angelehnt. Der letztjährige Albert-Haueisen-Förderpreisträger, Benjamin Burkhard, bespielt eine große Fläche im Treppenhaus der Galerie. Zu der Gruppe der Maler gehört Peter Haese aus Kandel, von dem ein Porträt des ersten Schuldirektors des Gymnasiums, Dieter Rössler, ein starker Blickfang ist, genauso wie der ehemalige Lehrer Dieter Kühn, dessen Werk „As times go by“ aus dem Jahr 1997 der Ausstellung ihren Titel gab. Weitere Maler sind Christine Heinrich, Michael Caspar oder Bettina Kresslein-Borlinghaus oder Thomas Salzmann. In den dreidimensionalen Raum greift Alexandra Deutsch mit ihrem roten Textil-Objekt ein, ihr Vater Karl-Heinz Deutsch ist mit zwei schweren, auf dem Boden ruhenden „Knoten“ zu sehen. Marcel Mieth kreiert ein Crossover aus Foto- und Objektkunst, legt sich nicht auf eine Dimension fest. Die Fotografie ist auch das Medium von Bernadette Boebel-Mattern, genauso wie von Emanuel Raab. Noch einen Schritt weiter gingen die Filmemacher Florian Friedmann und Gülsüm Serdaroglu, von denen zwei kurze Dokumentarfilme während der Ausstellung laufen. Urban Street Art, Druckgrafiken und Fayencen und Keramik von Heike Niehle-Ochi rund die einmalige Schau ab. Info Bis 24. September zu sehen donnerstags von 16 bis 19 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr.