Rheinpfalz Senioren-Reha: Fachklinik schließt wegen roter Zahlen

St. Wendel. Das St. Wendeler Marienkrankenhaus schließt zum 30. Juni seine Fachklinik für geriatrische Rehabilitation. Weil diese seniorenmedizinische Einrichtung Verluste schreibe, werde es eine „abgestufte Behandlung aus einer Hand – Akutversorgung plus geriatrische Rehabilitation“ ab Juli nicht mehr geben. Dagegen bleibe die akutgeriatrische Abteilung in St. Wendel erhalten.
Den 94 betroffenen Mitarbeitern aus der geriatrischen Rehabilitation würden Arbeitsplätze an anderer Stelle im St. Wendeler Krankenhaus oder im Klinikverbund Saar-Ost angeboten. Dies erklärte gestern Marienhaus-Sprecher Heribert Frieling auf Anfrage. Zum Klinikverbund Saar-Ost gehören neben dem Marienkrankenhaus St. Wendel die beiden Marienhauskliniken in Ottweiler und auf dem Neunkircher Kohlhof. Über die Schließung der Abteilung wurde die Belegschaft gestern Vormittag in einer Betriebsversammlung informiert. Marienhaus-Geschäftsführer Klaus-Peter Reimund machte wirtschaftliche Gründe geltend: Die geriatrische Rehabilitation werde von den Krankenkassen „nicht auskömmlich finanziert“. Die Fachklinik leiste „hervorragende Arbeit“, doch sei dies „nie ausreichend vergütet worden“. Die geriatrische Reha in St. Wendel schreibe seit Jahren rote Zahlen, was bislang vom Marienkrankenhaus und der Trägergesellschaft aufgefangen worden sei. Doch jetzt drohten die Defizite der geriatrischen Reha „das Marienkrankenhaus als Ganzes wirtschaftlich in Schieflage“ zu bringen, so der kaufmännische Direktor Thomas Gärtner: „Deshalb müssen wir die Notbremse ziehen und die Fachklinik zur Jahresmitte schließen.“ Zurzeit verzeichne die Abteilung ein Minus von 90.000 Euro pro Monat. Im Juli 1995 am Marienkrankenhaus eröffnet, wurde die Fachklinik für geriatrische Rehabilitation zunächst als Modellprojekt von Bund, Land und Landkreis gefördert. Sie sollte eine Versorgungslücke schließen, die sich für viele ältere Menschen nach einem Krankenhaus-Aufenthalt auftut: Nach Abschluss der eigentlichen Behandlung wird den Senioren dort Unterstützung und weiterführendes Training angeboten, damit die Patienten wieder möglichst selbstständig ihren Alltag in gewohnter Umgebung bewältigen können. Zudem gebe es seit Mai 2016 am Marienkrankenhaus eine akutgeriatrische Abteilung für besondere Formen von Behandlung und Medikamentenversorgung. Diese Abteilung, so Frieling gestern, bleibe erhalten.