Eisenberg Seit 2007 auf der Liste

Vor 30 Jahren sah und hörte man sie noch überall, doch viele heimische Vogelarten sind in der Zwischenzeit immer seltener geworden. Sechs von ihnen wollen wir im Rahmen der kleinen Serie „Vögel im Sinkflug“ vorstellen. Den Anfang machen wir mit der Feldlerche.
Viele Menschen kennen diesen Vogel am typischen Gesangsvortrag. Er besteht aus einer langen Folge von rollenden, zirpenden und flötenden Tönen, die im Singflug vorgetragen werden. Die Lerche steigt ununterbrochen tirilierend steil in die Höhe, bleibt oben stehen oder kreist mit schnellen Flügelschlägen. Der Vortrag dauert drei bis fünfzehn Minuten und wird ohne Pause vorgetragen. Dank einer besonderen Atemtechnik kann die Lerche so lange singen. Alles, was für die heutige Landwirt-schaft nützlich ist, ist schädlich für die Feldlerche: Der Umbruch von Wiesen, übermäßige Düngung, mehrfaches Spritzen von Giften gegen pflanzliche und tierische Schädlinge, wachsende Größe der Felder, zunehmender Anbau von Mais und Raps und das Verschwinden von Ackerrandstreifen und Wildkräutern. Dadurch verliert die Lerche ihren Lebensraum und ihre Nahrung. Sang- und klanglos verschwindet sie aus der Landschaft. In Deutschland und auch in Europa verlor die Feldlerche die Hälfte ihres Bestandes. Deshalb wurde sie 2007 in die Rote Liste als „gefährdet“ aufgenommen. Wie sieht es nun im Donnersbergkreis aus? – Die Veränderung der Agrarlandschaft ist auch hier augenfällig. Die Feldlerche verliert durch die hohen, dicht beieinanderstehenden Rapshalme ihren Lebensraum und verabschiedet sich aus der Landschaft. Zwei erschreckende Beispiele aus dem Landkreis: Zwei Nabu-Vogelkundler stellten im Frühjahr 2012 auf zwei Rapsäckern einen Rückgang der Lerche von 80 Prozent fest. Seit 2010 begehen sie diese Probeflächen bei Sankt Alban und Ransweiler. In den Jahren 2013 und 2014 gab es nur eine ganz langsame Erholung. Aufgrund von Vergleichszahlen ab 1980 waren von 36 aufgesuchten Lerchenrevieren in der Verbandsgemeinde Winnweiler zwölf nicht mehr besetzt. Das war ein Rückgang von 33 Prozent. Es darf angenommen werden, dass diese Zahl in etwa auch für den ganzen Kreis zutrifft. Die Naturschützer hoffen, dass die Zahl der Rapsfelder sich nur noch unwesentlich erhöhen wird. So wird die Feldlerche ihr Heimatrecht in der Donnersberger Feldflur behalten, aber deutlich eingeschränkt gegenüber früheren Zeiten. Im Mittelalter genoss die Feldlerche große Verehrung, weil man glaubte, dass sie mit ihrem Gesang Gott lobe und preise. Ihr Anblick war ein glückliches Vorzeichen. In vielen Bauernregeln sollte ihr Verhalten das Wetter voraussagen. Eine zweifelhafte Ehre hingegen, wenn sie wegen ihres schmackhaften Fleisches im Kochtopf landete. Zu guter Letzt war sie, auf verschiedene Weise zubereitet, eine Arznei für vielerlei Krankheiten. Die Schönheit des Lerchengesanges hat Komponisten inspiriert. Da gibt esdas „Lerchenquartett“, den „ Lerchengesang“ und das „Lied der Lerche“. Auch in der Dichtung wurde der Lerchengesang verewigt.