Rheinpfalz Schulen legen sechs freie Tage fest

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Mainz. Die vom Bildungsministerium 2015 geänderte Ferienordnung bringt ab dem Schuljahr 2017/18 erstmals Änderungen für die rheinland-pfälzischen Schulen: Statt vier gibt es künftig sechs bewegliche Ferientage. Neu eingeführt wird außerdem die Möglichkeit zusätzlicher Winter- oder Pfingstferien – dazu kommt es jedoch erst ab 2019.

Zur Aufstockung bei den beweglichen Ferientagen heißt es beim Bildungsministerium in Mainz: „Dies soll den Schulen vor Ort mehr Flexibilität geben und die schulische Eigenverantwortung stärken.“ Mit diesen Tagen könnten beispielsweise besondere örtliche Verhältnisse noch besser berücksichtigt oder einzelne Ferienabschnitte auch verlängert werden. Über die Festlegung dieser sechs Termine entscheiden die Schulleiter einer Gemeinde oder Stadt gemeinsam – sie müssen dabei für das Gebiet eine einheitliche Lösung finden. Nach Auffassung des Ministeriums sollen aber künftig auch die Kommunen als Schulträger und die Träger der Schülerbeförderung stärker beteiligt werden. Für den Fall, dass es dabei vor Ort zu keiner einvernehmlichen Festlegung kommt, wäre es an der Schulbehörde, eine Entscheidung zu treffen. Solche Fälle seien aber bisher nicht bekannt, sagte eine Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier. Die Erhöhung bei den beweglichen Ferientagen führt nicht zu weniger Unterricht an den Schulen – sie werden nach Angaben des Ministeriums auf die Gesamtdauer der Ferien angerechnet. Diese liegt in allen Bundesländern bei 75 Werktagen. Mit der Ausdehnung bei den beweglichen Ferientagen unterscheidet sich Rheinland-Pfalz nun von den Nachbarländern: In Baden-Württemberg sind höchstens fünf solcher flexiblen Ferientage vorgesehen, in Hessen schwankt deren Anzahl zwischen drei und fünf, im Saarland variiert das Kontingent in den kommenden Jahren zwischen einem Tag und drei Tagen. Die neue Ferienordnung, die zum Schuljahr 2017/18 in Kraft tritt, macht auch den Weg frei für Winter- beziehungsweise Pfingstferien. Sie soll es allerdings nur in Jahren geben, in denen der Abschnitt zwischen Weihnachts- und Osterferien beziehungsweise zwischen Oster- und Sommerferien besonders lang ist. Winterferien stehen demnach erstmals im Februar 2019 im Schulkalender. Der Einführung von Winter- oder Pfingstferien war in Rheinland-Pfalz eine monatelange Diskussion vorausgegangen. Den Anstoß dazu hatten die CDU-Landtagsfraktion und der Landeselternbeirat geben. Das Argument hatte ihnen damals die Situation im Jahr 2014 geliefert, in dem die Sommerferien in Rheinland-Pfalz sehr spät lagen. Zum Hintergrund: Für die Terminierung der Sommerferien ist die Kultusministerkonferenz zuständig; die sogenannten „kleinen Ferien“ werden dagegen von den Bundesländern jeweils in eigener Zuständigkeit festgelegt. 2014 führte dies in Rheinland-Pfalz dazu, dass es zwischen Oster- und Sommerferien 13 Unterrichtswochen gab. „Das ist für die Schüler ziemlich lang, da ist irgendwann die Luft raus“, begründete damals der südpfälzische CDU-Landtagsabgeordnete Martin Brandl seinen Vorstoß zur Überarbeitung der bisherigen Ferienregelung. Die Situation nach den Sommerferien 2014 fand Brandl ebenfalls nicht zufriedenstellend: Nur sechs Wochen nach dem Start ins neue Schuljahr bekamen die Schüler in Rheinland-Pfalz schon wieder frei – für die Herbstferien. Das Mainzer Bildungsministerium wollte damals aber zunächst von Änderungen an der Ferienordnung nichts wissen. Doch eine Umfrage des Landeselternbeirats machte Druck: Rund 14.000 Eltern beteiligten sich an der Befragung, knapp 70 Prozent sprachen sich für eine flexiblere Verteilung der „kleinen Ferien“ aus. |ros

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