Rheinpfalz Rollende Bühne im Lautertal
Eine außergewöhnliche Darbietung haben die „Wolfsteiner Komödianten“ unlängst auf die Bühne, beziehungsweise auf die Schiene gebracht. Sie funktionierten einen Zug zur „Rollenden Bühne im Lautertal- Express“ um und sorgten für eine Zugfahrt der etwas anderen Art. Im Gespräch mit RHEINPFALZ-Mitarbeiter Dennis Bachmann blickt Martin Kirch, Vorsitzender des Theatervereins, auf die außergewöhnliche Fahrt zurück.
Die Idee entstand bei einer Zugfahrt von Lauterecken nach Wolfstein anlässlich eines Ausflugs unseres Vereins vor zwei Jahren. Da hatten wir viel Spaß im Zug und die Idee, mit einem Tagesticket den ganzen Tag im Lautertal auf und ab zu fahren und die Fahrgäste zu unterhalten. Natürlich auch mit Speisen und Getränken an Bord. Wie hat denn die Deutsche Bahn reagiert, als Sie diese Idee vorgestellt haben – und waren noch andere Bahngesellschaften beteiligt? Der Kontakt zur Bahn bestand über Matthias Paul aus Rothselberg beim Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd. Dort haben wir sofort Zustimmung und Förderung für unser Vorhaben bekommen. Beteiligt war außerdem noch der VRN. Was genau wurde den Fahrgästen geboten? Start war jeweils vor Abfahrt ein Sektempfang am Gleis in Lauterecken. Dort wurde bereits vor der ersten Fahrt am Gleis ein kurzes Theaterstück aufgeführt. Das Programm während der Fahrt bestand aus mehreren Sketchen und kurzen Stücken, die an verschiedenen Stellen im Zug aufgeführt wurden – und das mitten unter den Fahrgästen. Es gab ein Programm für die Fahrt nach Kaiserslautern und ein anderes Programm für die Rückfahrt. Aber nicht nur Schauspielkunst stand auf dem Programm, auch für musikalische Unterhaltung war gesorgt? In der Mitte des Zuges hatte sich die Band Simply Unplugged eingerichtet und ohne Elektronik und Verstärker für musikalische Unterhaltung gesorgt. Die Verbindung zur Band besteht über zwei Musiker, die ebenfalls im Theaterverein Mitglied sind. Bereits in der Vergangenheit gab es gemeinsame Projekte und Veranstaltungen. War es schwierig, die Akteure davon zu überzeugen, für diese Aktion einen Samstagabend zu opfern? Nein, unsere Mitglieder waren sofort von der Idee begeistert, deshalb war es auch kein Problem, die große Zahl an Helfern zu aktivieren. Wie fiel die Resonanz des Publikums beziehungsweise der Mitreisenden aus? Es gab nur positive Rückmeldungen der Fahrgäste. Selbst die normalen Zugreisenden, die von der Veranstaltung nichts wussten und einfach nur mit dem Zug unterwegs waren, waren begeistert und wollten gar nicht mehr aussteigen. Positiv war auch, dass wir tatsächlich den Fahrplan eingehalten haben und alle Anschlusszüge erreicht wurden. Der Erlös soll an den Verein „Krebskranke Kinder im Klinikum Kaiserslautern“ gespendet werden. Wie kam es zu der Idee und wie viel Geld kam zusammen? Die Idee ist bei den Gesprächen mit der Bahn entstanden. Seitens der Bahn war eigentlich klar, dass die Ticketerlöse (je fünf Euro) gespendet werden sollten. Unser Theaterverein ist gemeinnützig und war daher gerne bereit, den Abend für einen guten Zweck zu veranstalten. Die Abrechnung ist noch nicht erfolgt, es dürften 1000 Euro zusammenkommen. Wird es in Zukunft weitere derartige Veranstaltungen geben? Das Veranstaltungsformat wollen wir auf jeden Fall beibehalten und nochmals wiederholen. Die Partner bei der Bahn haben auch schon ihre Bereitschaft signalisiert. Wo kann man die „Wolfsteiner Komödianten“ als nächstes sehen? Am 3. und 4. Juni bringen wir zum Beispiel das Stück „Die windige Alm“ auf die Bühne am Waldturnplatz in Wolfstein und im November spielen wir im Spiegelsaal des Landgasthof Königsberg das Stück „Ganz in weiß“. Außerdem werden wir auch beim Stadtfest in Wolfstein wieder Aufführungen auf der Straße und mitten unter den Gästen präsentieren. Info Mehr zum Theaterverein Wolfstein gibt es auch bei Facebook (www.facebook.com/TheatervereinWolfstein).