Rheinpfalz Rolle rückwärts bei der Standortsuche

Ob das Gelände am Basketballplatz in der Welschstraße für den Bau eines Pumptracks geeignet ist, wird intensiv geprüft.
Ob das Gelände am Basketballplatz in der Welschstraße für den Bau eines Pumptracks geeignet ist, wird intensiv geprüft.

Seit zwei Jahren beschäftigt sich der Gemeinderat Waldfischbach-Burgalben mit dem Anliegen junger begeisterter Radfahrer, die im Ort gerne einen sogenannten Pumptrack nutzen würden. Die Standortsuche war bislang erfolglos. Jetzt gibt es eine Rolle rückwärts. Zwei Standorte, die bereits aus unterschiedlichen Gründen aus dem Rennen schienen, rücken wieder in den Fokus: der Basketball-/Spielplatz in der Welschstraße Richtung Heltersberg und der DJK-Platz Richtung Hermersberg.

Am Mittwoch beschloss der Gemeinderat einstimmig, beide Plätze unter verschiedenen Gesichtspunkten genauer als Standort für einen Pumptrack zu sondieren. Ein Pumptrack ist eine Mountainbikestrecke, die als Rundkurs angelegt ist und Wellen, Steilkurven und Sprünge enthalten kann. Durch die Beschaffenheit der Strecke wollen die Fahrer, möglichst ohne in die Pedale zu treten, allein durch das Aufrichten und Absenken des Körpers – das sogenannte Pumpen – Geschwindigkeit erreichen. Zunächst soll der Basketball-/Spielplatz unter die Lupe genommen werden, der über die Welsch- und Gartenstraße erreichbar ist. Als Spielplatz werde dieser so gut wie nicht mehr genutzt, konstatierte Bürgermeisterin Anna Silvia Henne (SPD). Sie hatte zunächst darauf verwiesen, dass sich Gremien der Gemeinde seit 2015 bereits achtmal mit dem Thema Pumptrack befasst hätten, inklusive Begehung möglicher Standorte. Zuletzt war ein Platz auf Verbandsgemeindegelände im Bruch favorisiert gewesen. Mit dem Vertreter der Interessengemeinschaft für den Bau eines Pumptracks habe er sich noch mal an dem Spielplatz in der Welschstraße getroffen, erläuterte der zuständige Beigeordnete Roland Schumm (CDU) den aktuellen Sachstand. Der Platz sei gut geeignet und biete genügend Raum für eine Strecke, die zunächst um den Basketballplatz herumgebaut werden könnte. Ihn habe die Idee überzeugt, dass zunächst eine Strecke für jüngere Biker gebaut werden soll. Ohne große Sprünge, erläuterte Schumm. Die „Streetwheelies“, eine Gruppe von Radfahrern, die sich regelmäßig trifft und Kunststücke auf ihren Rädern übt, wäre damit altersmäßig keine Zielgruppe für diesen Pumptrack. Der richte sich an jüngere Biker, erläuterte Schumm. Es seien zwei Firmen benannt worden, die sich mit dem Bau von Pumptracks sehr gut auskennen. Diesen sollen Ideen skizzieren, wie die Strecke realisierbar sei. Bis zu diesem Punkt, unterstrich Schumm, entstünden der Gemeinde keine Kosten. Die Rolle rückwärts zu diesem Platz sorgte im Rat teilweise für Verwunderung. Georg Everling (BWB) erinnerte daran, dass die Sanierung des Platzes als zu teuer gegolten habe. Daran habe sich nichts geändert, bestätigte Bürgermeisterin Henne. Den in die Jahre gekommenen Basketballplatz komplett zu sanieren, würde etwa 50.000 Euro kosten. Geld, das die Gemeinde nicht habe. Darum gehe es auch nicht, sondern darum, den Platz möglicherweise um den Pumptrack zu ergänzen. Der Platz sei nicht ungefährlich, da die Welschstraße stark befahren sei, bemerkte Beate Grünewald (FWG). Durch entsprechende Bepflanzung ließe sich eine Lösung finden, sah Andreas Peiser (SPD) darin ein kleineres Problem. Dass der DJK-Platz (am Jugendheim, im Wald gelegen) geeigneter wäre, weil das Gelände ideal sei, warf Herbert Beihl (CDU) ein. Beim Thema DJK-Platz bekämen auch alle Biker leuchtende Augen, sagte Roland Schumm. Problem ist, dass das Gelände einer Kirchenstiftung und nicht der Gemeinde gehöre. Selbst wenn von Seiten der Kirchenstiftung das signalisierte Interesse bestehe, gemeinsam etwas zu realisieren, gebe es immer noch das Problem, dass sich die verschuldete Gemeinde nicht verpflichten dürfe, die Kosten für die Pflege eines solchen Platzes zu übernehmen. Ideen, dieses Gelände als Pumptrack möglicherweise in den Mountainbikepark Pfälzerwald zu integrieren, was zum Beispiel die Förderung durch EU-Gelder aus dem Leader-Programm ermöglichen würde, werden verfolgt. Sollten sich diese konkretisieren lassen, könnte dort eine anspruchsvollere Strecke gebaut werden. Eine Arbeitsgruppe um den Beigeordneten, die Bürgermeisterin und einem Vertreter aus jeder Fraktion wird sich intensiver mit dem Thema Pumptrack befassen.

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