Rheinpfalz Polizeiübung: Dahner müssen auf Abstand bleiben

In voller Montur bereiteten sich die Beamten auf den Einsatz vor.
In voller Montur bereiteten sich die Beamten auf den Einsatz vor. Foto: häm

Als Zuschauer waren die Dahner bei der Polizeiübung am Dienstagmorgen nicht sonderlich gern gesehen. Die Einsatzkräfte hielten Neugierige weiträumig fern. Auch zu deren eigener Sicherheit, sagte ein Polizeisprecher.

Mit einer Großübung an der Trasse der Wieslauterbahn hat die Polizei am Dienstagmorgen das Zusammenspiel mehrerer Einheiten trainiert. Um 9.15 Uhr traf ein Triebwagen älterer Bauart der Deutschen Bahn am Dahner Bahnhof ein. Fast gleichzeitig positionierten sich fünf Reisebusse der Polizei und rund 30 Einsatzfahrzeuge am Bahnhof. Die riegelten die Vorderseite des Bahnhofs ab.

Viele Dahner Bürger waren überrascht von der hohen Polizeipräsenz, nicht jeder hatte von der angekündigten Übung im Vorfeld gehört. Andere kamen gezielt, angelockt von der Berichterstattung der RHEINPFALZ, um die außergewöhnliche Großübung zu verfolgen. Die Zuschauer durften aber nicht auf dem Bahnhofsvorplatz bleiben: Schnell wurden sie fortgeschickt, damit die Polizisten ihre Übung vorbereiten konnten. Die Dahner mussten sich das Schauspiel aus der Entfernung betrachten.

Angriffe auf Polizisten fingiert

Ein Sprecher der Bundespolizei erläuterte später: Dass Unbeteiligte auf Distanz gehalten werden, dient auch deren Sicherheit. Immerhin hatten Polizeischüler am Bahnhof auch aggressive Demonstranten zu mimen: Ungefähr zehn Statisten fingierten Angriffe auf die Einsatzkräfte, weshalb sie dann „festgenommen“ wurden. Insgesamt stellten etwa 70 Leute Demonstranten dar. Manche waren als Clowns verkleidet. Die Menge skandierte: „Atomkraft Attacke“, „Wir wollen Frieden“ und „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“.

Gegen 13.30 Uhr versammelten sich auf der anderen Seite des Bahnhofs rund zehn Leute zu einem Sitzstreik im Gleis vor dem herannahenden Zug, der deshalb gestoppt wurde. Anschließend trugen die Polizisten die Demonstranten vom Gleis.

Die Menschen, die zum Zeitpunkt der Übung in Dahn unterwegs waren, mussten mit Verkehrsbehinderungen und Sperrungen leben. Diese waren jedoch überschaubar und so von der Polizei angelegt, dass keine langen Staus entstanden. Auch bei Hinterweidenthal fanden in Bahnnähe Teile der Übung statt.

Fünf Reisebusse und rund 30 Einsatzfahrzeuge waren vor Ort.
Fünf Reisebusse und rund 30 Einsatzfahrzeuge waren vor Ort. Foto: hrei
Die hohe Polizeipräsenz verwunderte manchen Dahner, der nichts von der Übung wusste.
Die hohe Polizeipräsenz verwunderte manchen Dahner, der nichts von der Übung wusste. Foto: hrei
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