Rheinpfalz Pferde geraten in Panik

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Beim Reit- und Fahrverein Heidelsburg soll ein Unbekannter am Freitag absichtlich vier Pferde aus einer Koppel gelassen haben. Die Tiere rannten panisch im Dorf herum. Eines verletzte sich dabei und der Rasenplatz des Sportvereins wurde in Mitleidenschaft gezogen. Mitglieder des Reitvereins konnten die Tiere wieder einfangen.

Eines der Pferde gehört der Tierärztin Katrin Antes. Ein weiteres dem Reitverein und die zwei anderen Privatpersonen. Gegen 13 Uhr müsse der Täter den Griff des Elektrozauns ausgehängt und an der anderen Seite wieder eingehängt haben, schildert Antes den Vorfall. Durch das korrekte Einhängen auf der anderen Seite sei auszuschließen, dass sich die Tiere selbst befreit haben. „Das war Absicht“, ist sich Antes sicher über die böse Absicht des Täters, der offenbar prinzipiell etwas gegen die Tiere habe. Die Tiere seien anschließend panisch durch die Schlossstraße gerannt. Ein Pferd sei dabei über einen Zaun gestürzt und habe sich verletzt. Bei ihrer Flucht kamen sie auch über den Rasenplatz der SGW, der einige Schäden abbekommen habe. Wie hoch der Schaden ist und auch über die Kosten der Verletzung des Tieres konnte Antes gestern noch keine Angaben machen. Eines der Pferde sei schwanger und hochtragend. Ob das Fohlen im Bauch der Stute die Aktion überleben wird, entscheide sich in zwei Tagen. Die Tierärztin zeigte sich schockiert über die Tat, die sie nicht als Dumme-Junge-Streich wertet, zumal ihrer Meinung nach keine Jugendlichen hinter der Tat stecken. „Da wollte jemand uns und den Tieren schaden.“ Der Täter sei sich offenbar nicht im Klaren gewesen, welche Ausmaße die Tat hätte haben können. Die panischen Pferde hätten in Autos rennen und dabei nicht nur selbst, sondern auch die Autofahrer schwer verletzen oder sogar töten können. Durch den hohen Schwerpunkt des Pferdes mit den langen Beinen wird das Tier beim Zusammenstoß mit einem Auto umgeknickt und fliegt unter Umständen direkt in die Fahrerkabine. Besonders geärgert hat sich Antes über die Polizei in Waldfischbach-Burgalben. Das Freilassen von Pferden sei keine Straftat und deshalb sei ihre Anzeige auch nicht aufgenommen worden. Als Konsequenz des Vorfalls habe der Verein jetzt eine Kamera und ein Holztor mit Schloss installiert. Der Vorfall in Waldfischbach-Burgalben war nicht der einzige in der Region. Bei Birkweiler in der Südpfalz haben Unbekannte am Freitag Elektrozäune durchschnitten. Die Tiere wären beinahe auf die B 10 gerannt. Die Bahnstrecke nach Pirmasens musste gesperrt werden. Auch dort konnten die Tiere wieder eingefangen werden, bevor Schlimmeres passierte. Im November ging ein anderer Vorfall bei Neustadt nicht so glimpflich aus. Die Pferde gelangten auf die Autobahn, wo acht Tiere totgefahren wurden. Drei Fahrzeuginsassen wurden damals verletzt. |kka

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