Rheinpfalz Pfützenspringen ist das Spiel des Tages
Am Wochenende herrschte weihnachtlich-mittelalterliches Treiben auf der Burg Lichtenberg. Ganz wie es der Wetterbericht vermuten ließ, war der Markt am Samstag, wie in jedem Jahr, sehr gut besucht. Aber auch am verregneten Sonntag trauten sich einige Gäste in regenfester Kleidung hoch auf die Burg. Das Fazit der Marktbeschicker fiel insgesamt positiv aus.
Grau ist die vorherrschende Farbe an diesem Sonntagmittag. Der Regen ist anhaltend und ziemlich ergiebig. Und doch sind die Parkplätze recht gut belegt, einige hartgesottene Liebhaber des Marktes lassen sich die Laune von dem miesen Wetter nicht verderben. Am Tor zur Burg empfangen die Burgmannen die Gäste. Gewänder und Rüstungen sind nass – doch auch bei Regen muss die Burg beschützt werden. Die Ritter zeigen den Gästen den richtigen Umgang mit den Elementen und trotzen mit gelassener Miene dem Regen. Gleich ums Eck, hoch oben auf dem Hufeisenturm, haben sie alles gelagert, was zur Verteidigung der Mauern notwendig ist. Herold Wolfram von Nauenburg heißt auch heute einige Gäste bekommen. „Gestern war sehr viel los“, erklärt er. Die Gäste seien dem Wetterbericht gefolgt und hätten sich am Samstag schon auf den Weg gemacht, sagt Wolfram alias Achim Engel. Am Sonntag suchen die Gäste die Nähe von Zelten, Pavillons, Zehntscheune oder Urwelt-Museum. So sind Richtung Zehntscheune die mittelalterlichen Spiele am großen Turm mit Bogen oder Armbrust kaum besucht. Das Spiel des Tages heißt Pfützenspringen, wie es einige der jungen Besucher spielen – mit Regenhose und hohen Gummistiefeln kein Problem. Gut besucht war die Zehntscheune, wohin wegen des Regens zahlreiche Gäste geflüchtet waren und bei Kaffee und Kuchen gemütlich saßen. Im weiten Zelt neben der Scheune sind die polnischen Kunsthandwerker, Leinen-, Lebkuchen- und Glasmacher wieder gefragt. „Gestern war sehr viel los hier oben“, erklärt Gästeführerin Roswitha Köhler, die mit ihren Polnisch-Kenntnissen gelegentlich beim Übersetzen hilft. „Der Markt hatte gestern das erste Mal bis 21 Uhr geöffnet“, erklärt Köhler, bis dahin hätten zahlreiche Gäste vorbeigeschaut. Die holzgeschnitzten Notenschlüssel kommen im Musikantenland gut an, sagt Tomasz Gdowski. Auch der polnische Glasmacher Marian Cuber ist inzwischen bekannt in Kusel. Für die Burg-Kapelle habe er gerade zum mittelalterlichen Sommermarkt im Juni die Fenstergläser bearbeitet. Viele Gäste suchen beim strömenden Regen den Schutz des Urwelt-Museums. Auf dem Weg Richtung Unterburg werden es immer weniger Menschen. Etlichen Beschickern vermiest das Wetter das Geschäft, manche vertreibt es gar. Das ritterliche Lagerleben in der Unterburg findet ausschließlich in den gut verzurrten Jurten statt. Doch eine größere Traube aus Gästen hält dem Regen stand. Gleich neben dem Burggarten holen sie sich die obligatorische Grumbeerwaffel ab. (rma)