Rheinpfalz „Papa, hier lauf’ ich nie wieder“

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Annweiler. Der Osterspaziergang 2016 wird für Michael Klonig aus Rohrbach immer einen bitteren Beigeschmack haben. Mit seiner Familie führte er ihn auf den Pfälzer Weinsteig bei Annweiler. Doch was er dort erblickte, schmerzte sein Wanderherz: „Der Pfad wurde mit schwerem Gerät zu einer Waldautobahn ausgebaut.“ Die Arbeiten seien zur Sicherheit der Waldbesucher notwendig gewesen, verteidigt sie die stadteigene Forstgesellschaft Trifels Natur.

Wie viele Male zuvor wollte der Rohrbacher Vater mit seiner Familie einen Ausflug auf dem Premiumwanderweg machen. Vom Turnerheim sollte es den idyllischen Pfad hinauf zur Jungpfalzhütte gehen. „Eine wunderschöne Wanderung“, beschreibt Klonig die Strecke. Doch leider habe er den Pfad „in seinem Charakter völlig zerstört“ vorgefunden. Sein Sohn habe zu ihm gesagt: „Para, hier lauf’ ich nie wieder.“ Die Spuren von schweren Gerät noch sichtbar, vermutlich vom Abtransport der Baumstämme, habe der Weg auf 800 Metern Länge wie eine „Waldautobahn“ angemutet, kritisiert der Leser. Diese Länge treffe nicht zu, sagt Harald Düx, Geschäftsführer der Trifels Natur, die für den Stadtwald zuständig ist. Der Weg sei nur auf einem kurzen Teilstück von 200 bis 300 Metern um ein bis zwei Meter verbreitert worden. Dies sei notwendig geworden, um hier gefährliche Bäumen entfernen zu können. Nachdem die Baumfällarbeiten abgeschlossen waren, sei der Weg abgezogen worden. „Die Verbreiterung ist auf das notwendigste Maß beschränkt worden“, versichert Düx. „Hier lag ein erhebliches Gefährdungspotenzial durch Windwurf- und Schneebruchschäden vor“, begründet er die Arbeiten. Mehrere Wurzelteller seien durch Windwürfe ausgehoben gewesen, die auch den Wanderweg beschädigten – dies hätten bereits im vergangenen Jahr das Tourismusbüro und eine Wanderpatin reklamiert. Zudem habe ein Schneebruch den angrenzenden Kiefern-Jungwald zu 90 Prozent zerstört, der durchforstet werden musste, wie Düx ausführt. Etwa 20 bis 30 Bäume hätten auf den Weg geragt – sogenannte Hänger. „Deswegen musste sofort eingegriffen werden.“ Was für den einen ein „Gefährdungspotenzial“ bedeutet, macht für den anderen „den besonderen Reiz des Wegs“ aus. Da musste mal ein Baum überstiegen oder überklettert werden, das sei ein Abenteuer für seine Kinder gewesen, meint Klonig, der sich fragt, wieso die Bäume nicht mittels Seilbahntechnik abtransportiert werden konnten. Schließlich würden auf der anderen Seite des Berges Stämme damit abtransportiert. Der Seilkran sei von einer benachbarten Durchforstung, berichtet Düx. Die Technik sei am Pfälzer Weinsteig nicht möglich gewesen. Hier hätten Forstspezialschlepper anfahren und die Wurzellöcher mit Baggern wieder zugeschüttet werden müssen. Zudem seien die Arbeiten mit der Unteren Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung und dem Büro für Tourismus abgesprochen gewesen, erläutert Düx. Mit grünen Streifen markierte Stämme am Wegesrand riefen in Klonig die Befürchtung wach, dass noch mehr Bäume gefällt und der Weg weiter ausgebaut werden könnte. Düx beruhigt: „Die grünen Streifen bedeuten in diesem Zusammenhang nichts.“ Die Arbeiten am Pfälzer Weinsteig seien beendet, der Weg werde nicht weiter verbreitert. (höj)

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