Eisenberg Pädagoge, Politiker und Historiker

Norbert Kreiselmayer
Norbert Kreiselmayer

Im Alter von 81 Jahren ist am Montag Norbert Kreiselmayer verstorben. Viele Jahre engagierte sich der ehemalige Realschullehrer in der Kommunalpolitik und als Vorsitzender des Historischen Vereins Rosenthal.

«EISENBERG.» Der Pädagoge von altem Schrot und Korn sowie Kommunalpolitiker mit Herzblut studierte nach dem Abitur am Nordpfalzgymnasium Kirchheimbolanden Geschichte, Sozialkunde und Französisch an der Universität Mainz. Zunächst unterrichtete er in Worms und anschließend bis zum Eintritt in den Ruhestand 1996 über drei Jahrzehnte an der ehemaligen Realschule Eisenberg. Norbert Kreiselmayer lag der Geschichtsunterricht am Herzen, in dem er den jungen Generationen insbesondere die Ereignisse des 20. Jahrhunderts mit ihren aktuellen Auswirkungen vermittelt hat. So war für den Pädagogen die jährliche Fahrt zu den Schlachtfeldern von Verdun ein fester Programmpunkt seines anschaulichen Geschichtsunterrichts. Seinen politischen Werdegang begann der Verstorbene 1954 mit dem Eintritt in die CDU. Dort bekleidete er vom Kreisvorsitzenden der Jungen Union bis zum Vorsitzenden des CDU-Orts- und Gemeindeverbandes Eisenberg zahlreiche Funktionen und Ämter. Ab 1969 gestaltete Norbert Kreiselmayer in Stadt- und VG-Rat die Kommunalpolitik in Eisenberg mit. Die Arbeit in der Opposition sei oftmals sehr mühsam gewesen, blickte Kreiselmayer anlässlich seines 80. Geburtstages zurück. Sein Motto war jedoch immer: Man betreibt keine Opposition um der Opposition willen. Und so hat er es immer so gehalten, dass die Vorschläge der Mehrheit oder der Verwaltung stets seine Zustimmung und die seiner Fraktion fanden, wenn sie sachlich fundiert waren. Besonders stolz war er auf den von ihm vorgeschlagenen und gegen teils heftige Widerstände forcierten Bau der ersten Eisenberger Kreisverkehrsanlage am Ortseingang aus Richtung Kerzenheim. Mitglied im Kreistag des Donnersbergkreises war er von 1974 bis 1999. Und einer der Höhepunkte seiner politischen Arbeit war das Amt des Zweiten Kreisbeigeordneten von 1999 bis 2004. Zahlreiche Ehrungen vom Ehrenring der Stadt Eisenberg über Parteiauszeichnungen bis zur Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland würdigten das überaus umfangreiche Engagement des Kommunalpolitikers. Nach Eintritt in den beruflichen und politischen Ruhestand kam für den Verstorbenen keine Langeweile auf. So engagierte sich der begeisterte Historiker von 1998 bis 2011 als Vorsitzender des Historischen Vereins Rosenthal und Umgebung, der ihn wegen seiner großen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannte. Während seiner Amtszeit ging die Burgruine Stauf zum symbolischen Preis von einer Mark an die Stadt Eisenberg. Umfangreiche Sanierungs- und Sicherungsarbeiten an der Klosterruine Rosenthal waren ihm ein Anliegen. Kreiselmayer brachte zahlreichen Besuchergruppen bei Führungen die Geschichte des ehemaligen Klosters nahe und informierte im Römermuseum im Haus Isenburg über die römische Vergangenheit der Region. Die Rekonstruktion eines römischen Streifenhauses bei den römischen Ausgrabungen konnte er nicht mehr erleben. Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung findet am Montag, 3. Juli, 14 Uhr auf dem Eisenberger Friedhof statt.

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