Rheinpfalz Nils fragt: Seit wann gibt es Besteck?
Nicht alles kann und sollte man mit den Finger essen. Deswegen benutzen wir Messer, Gabeln und Löffel - sprich: Besteck. Schon die alten Römer haben das gemacht.
Mögt ihr Pommes frites und Hamburger auch am liebsten, wenn ihr sie mit den Händen essen dürft? Dabei ist Besteck doch eine sehr nützliche Erfindung. In der Steinzeit zerlegten Männer ihre Jagdbeute mit Faustkeilen, also Steinen, die eine scharf geschliffene Kante hatten. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit das Messer mit Spitze. Weil man das Messer auch zur Verteidigung nahm, sogar während des Essens, ließ Ludwig XIV., der berühmte König von Frankreich, die Messer rund schleifen. So sehen die meisten Messer, die auf dem Tisch liegen, noch heute aus. Zu Beginn der Menschheitsgeschichte nutzte man auch Muscheln als Schöpfkellen. Irgendwann entwickelte sich daraus der Löffel. In der Antike aßen die Menschen zwar auch mit den Fingern, aber erste kleine zwei- und dreizinkige Gäbelchen kamen in Gebrauch. Die Römer hatten auch schon Teller, Gläser und edle Silberlöffel. Die Esskultur der Antike geriet aber in Vergessenheit, und bei uns aßen die Armen meistens Getreidebrei aus Schüsseln mit geschnitzten Holzlöffeln und Brot. Im 16. Jahrhundert benutzten die feinen Damen am Hof erstmals kostbar verzierte kleine Gabeln für Obst und Süßigkeiten. Gabeln verwendeten lange nur die Adligen als Kennzeichen ihres Reichtums. Erst als sich im 19. Jahrhundert die Industrie entwickelte, konnte man sie günstiger herstellen. Nun hatten auch Arme die Möglichkeit, mit Besteck zu essen. Da Messer, Gabel und Löffel lange aus Edelmetall und damit sehr wertvoll waren, trugen es die Besitzer in einem Etui am Gürtel. Man sagte, dass man die Gegenstände in den Behälter „besteckte“. So entwickelte sich der Begriff „Besteck“. (lvf)