Rheinpfalz Neues Gummi für alte Reifen

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Das Homburger Werk des französischen Reifenherstellers Michelin baut seine Produktion aus. Am Mittwoch wurde die erste von fünf neuen Maschinen für die Runderneuerung von Lkw-Reifen in Betrieb genommen. In diesem Zusammenhang kündigt die Geschäftsführung an, in Homburg bis Ende 2017 im Bereich Runderneuerung den Bestand von 320 Mitarbeitern um 50 auf 370 Beschäftigte zu erhöhen.

Die Gesamtzahl der Mitarbeiter in Homburg wird mit 1350 angegeben. „Herzstück der neuen Investition ist der Aufbau von fünf sogenannten Remix-Maschinen, die die Karkassen abgefahrener Reifen vollautomatisch mit neuen Gummi-Laufstreifen belegen“, erklärte Winfried Schäfer, der Leiter der Abteilung Runderneuerung bei Michelin in Homburg. Zusammen mit Werkleiter Cyrille Beau, Homburger Kommunalpolitikern und der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer nahm Schäfer die erste der fünf neuen Maschinen aus Italien in Betrieb. Die zweite soll zur Weihnachtszeit einsatzbereit sein. Zur RHEINPFALZ sagte Cyrille Beau, dass Michelin allein im Zeitraum von 2011 bis 2015 knapp 100 Millionen Euro in Homburg investiert habe. Etwa ein Zehntel davon wurde für den Neubau eines Logistik-Lagers im Industriegebiet am Zunderbaum ausgegeben, in dem seit Mai 81.000 Lkw-Neureifen für die Auslieferung an Kunden in ganz Europa aufbewahrt werden. Die Runderneuerten hingegen sollen nach Winfried Schäfers Angaben weiterhin direkt vom Homburger Werksgelände aus auf die Reise gehen. Zur Höhe des Investitionsvolumens für die fünf neuen Remix-Produktionsmaschinen wollte Werkleiter Cyrille Beau keine Angaben machen. Ziel sei es, in Homburg den Jahresausstoß von 500.000 Remix-Runderneuerten um ein Fünftel auf 600.000 zu steigern. Vom kommenden Jahr an, so Schäfer, könne man hier auch besonders breite Brummi-Reifen im Format 445/45 R 19 aufbereiten: Diese sogenannten Maxitrailer seien für extreme Traglasten gedacht – etwa an Spezial-Anhängern. „Unsere Kunden“, erläuterte Schäfer, „liefern uns ihre abgefahrenen Karkassen. Diese geben wir ihnen 20 Tage später im runderneuerten Zustand zurück.“ Mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und Laufleistung seien die Produkte den Neureifen vergleichbar; beide Varianten würden mit den gleichen Gummimischungen bestückt. Den Preisunterschied zwischen einem neuen und einem runderneuerten Reifen bezifferte Schäfer auf 70 Prozent. Gut jeder sechste Reifen, der bei Michelin neu vom Band laufe, werde beim Unternehmen später runderneuert: „75 Prozent des Materials eines Neureifens können beim Runderneuern ressourcenschonend wiederverwendet werden.“ Kunden könnten pro Tag 3500 alte Karkassen in Homburg anliefern. Tag der offenen Tür Am morgigen Samstag, 9 bis 13 Uhr, lädt das Michelin-Werk in der Berliner Straße zum Tag der offenen Tür ein und stellt seine Angebote zur Berufsausbildung vor.

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