Rheinpfalz Neu aufgestellt

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Mit dem Umzug ins Gewerbegebiet Höhfröschen stellt sich die Ludy Galvanosysteme GmbH für die kommenden Jahre neu auf. Über eine Million Euro hat das Familienunternehmen aus Pirmasens in den Neubau für Produktion und Verwaltung investiert – und sich damit zugleich Raum für künftige Erweiterungen geschaffen. Am Freitag wurde Richtfest gefeiert, im August soll der Betrieb losgehen.

Noch stehen im „Gewerbehof “ in der Pirmasenser Teichstraße, wo Ludy seit 2011 in der unteren Etage 1130 Quadratmeter gemietet hatte, Anlagen zur Herstellung von Leiterplatten. Es sind kundenspezifische Maßanfertigungen, die Ludy plant, konstruiert und in Betrieb nimmt. Komponenten dafür bezieht das Unternehmen in der Regel von Partnern – „wir sind sozusagen ein besseres Ingenieurbüro“, formuliert es Geschäftsführer Michael Ludy. Was in den oft großfflächigen Anlagen produziert wird, bleibt dem Endverbraucher meist verborgen – aber ohne diese Produkte würde so manches im Alltag nicht funktionieren. Ob Handy, Lampen oder Staubsauger: Beinahe überall sind Leiterplatten enthalten, wie Ludy erklärt. Und diese werden bei einem elektrochemischen Prozess in so genannten Galvanisieranlagen hergestellt. Bei Ludy haben sie sich spezialisiert: auf „Anlagen für die Herstellung von hochwertigen Leiterplatten“, sagt der Chef. Also auf Anlagen für komplexere Platten, wie sie etwa für Handys oder Abstandshalter bei Autos benötigt werden. Damit kann sich der kleine Betrieb auch von der Konkurrenz der zumeist asiatischen Massenproduzenten abheben: In Deutschland, so Ludy, gebe es höchstens 20 Betriebe, die wie sie arbeiteten. „Hightech wird nach wie vor in Deutschland hergestellt.“ Die Automobilbranche – Zulieferer von Zulieferern – zählt unter anderem zum Kundenkreis von Ludy, der seine Anlagen vor allem in Europa, aber auch in die USA, nach Asien und Südamerika verkauft und einen Jahresumsatz im unteren Millionenbereich erzielt. Ab 31. Juli soll der gesamte Betrieb samt 15-köpfiger Belegschaft umziehen, am 3. August soll bereits im neuen Domizil in Höhfröschen gearbeitet werden. Mit 1350 Quadratmetern für eine neue Halle und Büros wird es dort mehr Platz geben. Und Michael Ludy hat auch schon weiter gedacht: Bei einer Gesamtgröße von 4500 Quadratmetern bietet das Areal noch genügend Raum für eventuelle künftige Bauten. Die Bedingungen für ein weiteres Wachstum sind günstig. Denn der Wirtschaft geht es derzeit gut – entsprechend zufrieden ist Ludy auch mit seiner Auftragslage. Zuversichtlich ist der Techniker freilich noch aus einem anderen Grund: Gerade erst wurde er als einziger rheinland-pfälzischer Teilnehmer am Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizon 2020“ ausgesucht – unter insgesamt 2000 Bewerbern, wovon nur fünf Prozent ausgewählt wurden, wie er nicht ohne Stolz anmerkt. Er habe sich sozusagen eine neue Galvanik ausgedacht, die nicht nur integrierbar und hochflexibel sei, sondern auch nahezu Abwasser- und Abluftfrei sei, so dass sie nicht mehr der behördlichen Genehmigungspflicht unterliege. Auch das Thema „Industrie 4.0“ – die zunehmende Kommunikation der Maschinen untereinander – hat Ludy dabei im Blick: Die Anlage sendet zum Beispiel Fehlermeldungen ans Smartphone. Mit der Neuentwicklung werde man nicht mehr nur als Hersteller, sondern auch als Betreiber auftreten, sagt Ludy. Ab August wird dieses Projekt von der EU finanziell gefördert und von der ISB in Mainz begleitet. Über zwei Jahre hat Ludy nun Zeit, seine Idee zur Marktreife zu bringen; schon jetzt, sagt er, hätten bedeutende Unternehmen Interesse daran angemeldet. Die Ausarbeitung der Anlage, die auch patentiert werden soll, wird von der EU mit einem nicht gerade kleinen Betrag gefördert: Eine Summe im niedrigen Millionenbereich wird hineinfließen. Für Michael Ludy, seit 1990 im Geschäft, keine alltägliche Sache: Das sei schon „wie ein Sechser im Lotto“, meint er. Auch für dieses Projekt benötigt der Betrieb den Platz auf dem neuen Firmengelände, in das 1,1 Millionen Euro investiert wurden. Für das weitere Wachstum dort sorgt Ludy übrigens auch in anderer Hinsicht vor: Der Nachwuchs, derzeit vier junge Leute, wird im eigenen Betrieb ausgebildet, Tochter Kai Ines Ludy (29) steigt jetzt ebenfalls mit ein. Einen Wunsch hat der 60-Jährige dennoch: Endlich einen Elektro-Ingenieur und Elektro-Techniker für Automatisierungsfertigung zu finden. (tre)

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