Südwestpfalz
Luitpoldturm-Vereine: Die Zeit ist reif für einen Zusammenschluss
Zwei Vereine – ein Ziel: den Erhalt und die Pflege des 1909 auf dem Weisenberg zwischen dem Hermersbergerhof und Leimen errichteten Luitpoldturms. Mehrere Jahre waren der Luitpoldturmverein (LTV) und der Luitpoldturm-Förderverein Pfälzerwald nicht gut aufeinander zu sprechen, jetzt sollen beide zusammengeführt werden. Sichtbares Zeichen dafür war ein gemeinsamer Arbeitseinsatz am Turm.
Warum gibt es überhaupt zwei konkurrierende Vereine? 2014 endete der Gestattungsvertrag zwischen Landesforsten, in deren Zuständigkeit der Turm fällt, und der Gemeinde Merzalben. Aus Haftungsgründen und damit verbunden möglichen hohen Kosten untersagte die Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung der Gemeinde eine weitere Beteiligung.
Franz Mayer, damals zweiter Vorsitzender des LTV, warnte eindringlich davor, einen Pacht- und Betreuungsvertrag mit Landesforsten abzuschließen. Ein derart massives Haftungsrisiko könne er für den Verein nicht verantworten. Als dann die Mehrheit der Mitglieder der Vereinbarung jedoch zustimmte, erklärte Mayer seinen Austritt aus dem Verein und gründete mit mehreren Mitgliedern des alten Vereins am 10. April 2017 den Luitpoldturm-Förderverein Pfälzerwald.
Modalitäten für Vereinigung werden geprüft
Jetzt stehen die Zeichen wieder auf Einigkeit: Dem jüngsten Arbeitseinsatz war ein Gespräch zwischen der Vorsitzenden des Fördervereins Inge Kiendl und dem Vorsitzenden des LTV Werner Dexheimer vorausgegangen. Beide waren sich einig, dass es wenig Sinn mache, zwei Vereine mit derselben satzungsgemäß festgeschriebenen Zielrichtung nebeneinander zu haben. Es sei an der Zeit, beide zusammenzuführen.
Dass man gemeinsam mehr erreichen kann, zeigte der Arbeitseinsatz, an dem je sechs Mitglieder jedes Vereins teilnahmen. „Gereinigt wurde der Turm von der Spitze bis zum Boden und das Turmzimmer mit dem Kamin“, berichtete Werner Dexheimer. Weil erhöhte Waldbrandgefahr besteht, wurde das Zimmer mit einer massiven Stahltür verschlossen, damit der Kamin nicht angefeuert werden kann. Im Umfeld des Turms wurde zudem der Bewuchs zurückgeschnitten und die Wiese gemäht.
Zum Abschluss gab es für die Teilnehmer Kaffee und Kuchen. Alle waren sich einig, dass der Arbeitseinsatz ein guter Start für eine gemeinsame Zukunft in einem vereinten Verein war. Kiendl und Dexheimer werden mit einem rechtlichen Beistand die Modalitäten für einen Zusammenschluss klären und dann Mitgliederversammlungen einberufen.