Kultur Südpfalz Musik als Gotteslob

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Bei einem gut besuchten Konzert in der Kirche in Vorderweidenthal bewies der Jugendposaunenchor der evangelischen Landeskirche der Pfalz sein Können. Dem Sonntag voraus ging ein Proben- und Freizeitwochenende der 20 Mitglieder des Jugendposaunenchors am Hahnenhof.

„Diiii, da, da, so soll es klingen und spielt die langen Töne leiser“, lautet die Anweisung von Dirigent Christian Syperek an die Bläsergruppe. Der „Proberaum“ ist die grüne Wiese beim Freizeitheim Hahnenhof bei Oberschlettenbach. Sie kommen aus dem ganzen Bereich der Landeskirche und treffen sich einmal pro Monat zur Probe, meist in Neustadt, erklärt Syperek. „In der Regel sind die Bläser im Jugendposaunenchor relativ weit fortgeschritten“, so der Landesposaunenwart. Seit einem halben Jahr ein hauptamtlicher Job für Syperek, der 15 Jahre in Berlin gelebt, Trompete und Kirchenmusik studiert hat. 40 Orchester mit 800 Bläsern sind pfalzweit in Posaunenchören organisiert. „Wenn Bläser viel können, sind das potentielle Kandidaten für den Landesposaunenchor“, sagt er. Denn das Repertoire umfasst ein weites stilistisches Spektrum von geistlicher und weltlicher Musik für Blechbläser – von der Musik der Renaissance bis zu schwungvollen Kompositionen zeitgenössischer Komponisten. Auch das Repertoire für das Konzert in Vorderweidenthal ist anspruchsvoll: Die Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ von Rossini, die Karelia-Suite von Sibelius, die „Suite de Dance“ von Thomas Riegler oder „In der Kirche“ aus den ländlichen Bildern, ein Stück für vier Trompeten von Karl Wilhelm Brandt wurden unter anderem zu Gehör gebracht. Vor fünf Jahren gegründet und bis vor viereinhalb Jahren geleitet hat den Landesposaunenchor Greta Baur, die beim Wochenende in der Südpfalz dabei ist und bei der Registerprobe die Posaunen, Tuben, Waldhörner, Flügelhörner und das Euphonium dirigiert, Peter Syperek probt mit den Trompeten, bis dann alle wieder zusammenspielen. „Schön, jetzt sind wir in einem guten Tempo“, freut sich der Dirigent über das Ergebnis der Probe. Zwischen 13 Jahren und 23 Jahren alt sind die Bläser, die auf hohem Niveau spielen und auch gefordert werden. Die Zwillinge Katja und Hanna May sind 17 Jahre alt und von Anfang an dabei. Es ist der Zusammenhalt in der Gruppe und die Musik“, schildern die beiden Trompeterinnen ihre Motivation, Zeit zu investieren und auch im Posaunenchor zuhause in Bad Dürkheim mitzuspielen. „Wir sind damit aufgewachsen, auch durch unsere Eltern“, sagt der 20-jährige Martin Will, der in Kaiserslautern Physik studiert und seit zehn Jahren Tuba spielt. „Wir glauben alle an Gott“, sagen die drei jungen Leute zur kirchlichen Ausrichtung der evangelischen Posaunenchöre, die ihren Ursprung im Pietismus haben. Die ersten Posaunenchöre gab es im 18. Jahrhundert in der Herrnhuter Brudergemeinde in der Oberlausitz. Im Herrnhuter Gemeindetagebuch vom 1. April 1731 wird erstmals der Einsatz von Waldhörnern bei einem Begräbnis erwähnt. „Die Posaunenchöre bieten eine kostenlose Bläserausbildung, die Instrumente werden häufig gestellt“, so Syperek. Infos: www.posaunenarbeitpfalz.de. (pfn)

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