Kultur Südpfalz Mozart gezeichnet und gespielt

Vom 1. bis 3. Februar wird das vom Landauer Strieffler-Haus der Künstler im vergangenen Jahr herausgegebene Buch zu Max Slevogts Randzeichnungen zu Mozarts „Zauberflöte“ in mehrerer Gesprächskonzerten mit den Beteiligten vorgestellt. Konzerte deshalb, weil dem Band eine CD mit Musik aus der „Zauberflöte“ beiliegt.
Diese bringt freilich nicht die Komposition im Original, sondern in aparten Bearbeitungen und Variationen – mithin eine Paraphrase in Tönen ganz so wie Slevogts Zeichnungen eine solche mit dem Zeichenstift sind. Für den Textteil des Bandes, denn die RHEINPFALZ im Oktober in der Wochenendbeilage ausführlich besprochen hat, zeichnet in der Hauptsache der Slevogt-Kenner Friedrich Diekmann verantwortlich, das Geleitwort stammt von Albrecht Müller vom Förderverein des Strieffler-Hauses und gleichsam dem geistigen Vater des Projekts. Die Musik machen der Pianist und Essener Hochschulprofessor Bernhard Wambach, der lange in der Südpfalz und im Elsass gelebt hat, sowie der junge Koreaner Uschik Choi, der sowohl Klavier als auch Cello spielt. So verbindet der Silberling, der dem Buch beiliegt, Beethovens zwei Variationenzyklen für Cello und Klavier über „Zauberflöten“-Themen („Ein Mädchen oder Weibchen“ op. 66 und „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ Werk ohne Opuszahl, WoO 46) mit Klavierbearbeitungen von Nummern aus der Oper für Klavier zu vier Händen von Alexander von Zemlinsky. Aufgenommen wurden die Stücke vergangenen August im Herrenhaus Edenkoben. In beiden Fällen gelingen vorzügliche Wiedergaben. Besonders reizvoll sind die Stücke Zemlinskys, die rund 100 Jahren nach denen Beethovens entstanden. Zemlinsky war nur drei Jahre jünger als Slevogt, beide kannten und schätzten sich. Die Klavierfassung des späteren Schwiegervaters von Arnold Schönbergs sowie Lehrers und unglücklichen Verehrers von Alma Mahler bleibt nahe am Original von Mozarts Notentext und macht im Grunde mit der Partitur das, was Slevogt mit der Bildwelt der „Zauberflöte“ macht: Er reduziert sie und bringt sie damit besonders prägnant auf den Punkt. Das Betrachten der Zeichnungen Slevogts und das Hörer der Musik ergänzen sich, was nun auch live erlebt werden kann. Info Termine der Gesprächskonzerte sind Freitag, 1. Februar, im Max-Slevogt-Gymnasium Landau, 18 Uhr, Samstag, 2. Februar, in der Friedenskirche Ludwigshafen, 19 Uhr, Sonntag, 3. Februar, im Landesmuseum Mainz, 11 Uhr, Sonntag, 3. Februar, in der Festhalle Heuchelheim, 18.30 Uhr. Lesezeichen „Die Zauberflöte. Max Slevogts Randzeichnungen zu Mozarts Partiturhandschrift“, mit Erläuterungen von Friedrich Dieckmann; Schriften aus dem Strieffler-Haus der Künste, Band 3; Knecht Verlag, Landau; 192 Seiten mit Audio CD, 30 Euro.