Rheinpfalz Mit dem Rad pendeln in der Pfalz: Immer der Straße nach
Rheinland-Pfalz will endlich etwas für Pendler tun, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Radschnellwege wird es aber nicht geben.
Glassplitter liegen herum, Autos parken auf dem Radweg, die Straße ist mit Kopfsteinen gepflastert: Es gibt Stellen, auf die könnte Uwe Siegrist verzichten, wenn er mit seinem Fahrrad von Wachenheim nach Mannheim zur Arbeit fährt. Eine dieser Stellen ist die Straße beim Hauptfriedhof in Ludwigshafen. „Da verliert man am meisten Zeit, denn schnell fahren dürfen Sie da nicht“, sagt der Zweirad-Pendler. Mit seinem E-Bike, das bis zu 25 Kilometer die Stunde fährt, schaffe er die Strecke in rund einer Stunde. Mit dem Auto sei er nur 15 Minuten schneller, sagt er. Das bevorstehende Szenario – die Ludwigshafener Hochstraße soll abgerissen werden – und die derzeitigen morgendlichen Staus stadteinwärts machen das Fahrrad für ihn immer attraktiver. Seit etwa zwei Jahren nutzt der 53-Jährige regelmäßig sein E-Bike, meist fährt er aber noch mit der Bahn.
Eine Potenzialstudie - dann nichts
„Die Hemmschwelle wäre niedriger mit besseren Radwegen“, sagt Siegrist. Dass er überhaupt das Fahrrad nutzt, macht ihn zum Mitglied eines kleinen Kreises hartgesottener Pfälzer, deren Lust auf das Zweirad groß genug ist, über die stiefmütterliche Behandlung von Radwegen für Pendler hinwegzusehen. Obwohl der Landesbetrieb für Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) schon Anfang 2014 eine Potenzialstudie abgeschlossen hatte, hat sich vier Jahre später noch nicht allzu viel bewegt. Damals ergab die Studie, dass die Ballungsräume rund um Kaiserslautern, Landau bis Neustadt und der gesamte Korridor von Worms über Ludwigshafen Richtung Speyer bis nach Wörth geeignet sind, dort Radwege für Berufspendler zu schaffen. Dafür bedürfe es aber weiterer Untersuchungen, sogenannter Machbarkeitsstudien. So eine Studie gab es dann 2016 in ganz Rheinland-Pfalz nur für eine einzige Strecke: Mainz-Ingelheim-Bingen.