Rheinpfalz Mit dem Besen gegen das Unwetter
Schiffe falten und schwimmen lassen, Papier schöpfen, eine Weltkugel bauen und Wikingerschach spielen: Für die Grundschüler bei der ökumenischen Jugendzeltfreizeit in Waldfischbach-Burgalben gab es am Wochenende jede Menge Angebote. Hauptsache, man konnte sich dabei unter freiem Himmel austoben.
38 Kinder zelten, betreut vom Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) Waldfischbach, von Freitag bis Sonntag auf dem Jugendzeltplatz im Schwarzbachtal. Außerdem kommt das Camp auf eine stattliche Anzahl von Betreuern: 30 Jugendliche und Erwachsene schauen nach dem Rechten. Der hohe Personalschlüssel hat einen einfachen Grund, wie Hans-Peter Eser vom CVJM erklärt. Die Betreuer sind teilweise ebenfalls jung und sollen erst einmal in die Jugendarbeit hineinschnuppern. Sie helfen den ausgebildeten Kräften bei der Arbeit und lernen dazu. Leonie Bungert ist mit zwölf Jahren die jüngste Betreuerin. „Wir hatten am Anfang Zweifel wegen ihres Alters. Aber sie hat sich sehr engagiert gezeigt und wollte unbedingt mitmachen“, berichtet Eser. Leonie Bungert kennt die Zeltfreizeiten in Waldfischbach schon lange. Sie war früher selbst Teilnehmerin. „Ich fand es immer sehr schön. Es gibt ein gutes Programm. Da wollte ich in diesem Jahr als Betreuerin wiederkommen. Ich helfe den älteren und spiele einfach mit“, erzählt die Zwölfjährige. Mit den Jüngeren verstehe sie sich gut. Zelte stehen auf dem Platz verteilt. In den kleineren schlafen laut Eser drei oder vier Kinder, in den großen sechs bis acht. „Bisher wollte noch kein Kind nach Hause, selbst die Jüngsten nicht“, berichtet Eser am Samstagnachmittag. Abends warten ein Grillfest und eine Feuershow, am Sonntagmorgen gibt es einen Gottesdienst. „Ich habe für morgen hierher eingeladen und hoffe, dass viele Gemeindemitglieder den Weg hierher finden“, sagt Pfarrer David Gippner. Er würde es begrüßen, wenn die älteren Kirchgänger den Gottesdienst zusammen mit den Kindern feiern würden. Am Freitagabend musste sich die Gruppe unters Dach flüchten, als der Himmel seine Schleusen öffnete. „Wir haben dann Kennenlernspiele unterm Dach gemacht, und die Kinder haben sich darüber amüsiert, wie ich mit dem Besen gegen die Wassermassen angekämpft habe“, berichtet Eser und lacht. Gemeinsam habe man hinterher die Sturmschäden beseitigt. Zwar leitet der CVJM federführend die Veranstaltung, unterstützt wird die Organisation jedoch von den beiden evangelischen Gemeinden in Waldfischbach-Burgalben, der katholischen Gemeinde St. Josef, der örtlichen Pfadfinderschaft St. Georg und dem evangelischen Jugenddekanat Pirmasens. „Wir haben eine breite ökumenische Basis“, betont Eser. Außerdem könne man sich auf große Unterstützung vonseiten der Eltern verlassen. „Sie leisten im Hintergrund viel Arbeit und kümmern sich zum Beispiel um die Küche“, sagt er. Außerdem wäre die Freizeit trotz Zuschüssen von Kreis und Land nicht ohne die Hilfe der Geschäftsleute aus Waldfischbach-Burgalben möglich, die sich als Sponsoren betätigten. In diesem Jahr steht die Freizeit unter dem Motto „Schöpfung und Bewahrung der Schöpfung“ – sowohl im biblischen Sinn als auch im tatsächlichen Leben. So fertigen die Kinder in einem Workshop Geldbeutel aus alten Tetrapaks, um etwas über Nachhaltigkeit zu lernen. „Wir haben den Bach gleich nebenan und das Sumpfgebiet. Da gibt es viel zu entdecken“, sagt Eser. Die Kinder aus der ersten bis vierten Klasse stammen aus den Grundschulen in Waldfischbach-Burgalben, Heltersberg und Hermersberg-Höheinöd. Weitere Grundschulen sollen 2018 hinzukommen.