Rheinpfalz Mieterin hinterlässt Müll und Ungeziefer
Eine schöne und ruhig gelegene 80 Quadratmeter große Wohnung mit drei Zimmern, Küche, Bad und Balkon der Familie Kiefer in Hinterweidenthal hat eine junge alleinerziehende Frau aus der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland innerhalb von anderthalb Jahren ruiniert. Die Wohnung ist stark renovierungsbedürftig, es stinkt und die Räume sind von Ungeziefer befallen.
Geschädigt ist das Ehepaar Gabriele und Alfred Kiefer. Die Nerven der beiden Rentner liegen blank, der Ehefrau ist der Schock über den Zustand der Wohnung ins Gesicht geschrieben. Während des RHEINPFALZ-Gesprächs laufen ihr die Tränen übers Gesicht. „Mir fehlen die Worte, ich glaubte bis vor kurzem immer an das Gute im Menschen. Vor allem der Sohn der Mieterin tut mir leid, er hatte zu uns anfangs eine Bindung“, beschreibt sie ihre Gefühlslage. Das Mieterdrama beginnt im Juni 2016. Das Ehepaar Kiefer vermietet das Obergeschoss an eine junge Frau mit ihrem Sohn. Die Miete wird pünktlich überwiesen. „Die Frau hat einen sympathischen Eindruck gemacht“, erinnern sich die Vermieter. Der Sympathiegedanke ist ihnen wichtig, schließlich leben sie im gleichen Haus im Erdgeschoss. Die Rente der beiden Vermieter ist nicht üppig, Alfred Kiefer arbeitet stundenweise an einer Tankstelle, um den Lebensunterhalt aufzubessern. Dem Sozialamt will das Ehepaar nicht zur Last fallen. Schnell entsteht eine enge Beziehung zwischen den Vermietern und dem Sohn der Mieterin. Mit Besorgnis nimmt das Ehepaar jedoch den anhaltend ruppigen Umgangston der Mutter mit dem Sohn wahr. Letztlich wird das Jugendamt informiert. „Ob das Jugendamt tätig wurde, wissen wir nicht“, sagt Gabriele Kiefer. Innerhalb weniger Monate ändert sich die Situation auch zu der Mieterin. Männerbesuche nehmen zu. Zu allen Tages- und Nachtzeiten gehen unterschiedliche junge Männer ein und aus, so die Kiefers. Einer regelmäßigen Arbeit geht die Mieterin augenscheinlich nicht nach. Es gibt Gerede in der Nahbarschaft. Immer noch ahnt das Ehepaar Kiefer nicht, dass die Mieterin die Wohnung sukzessive verwüstet, ob mutwillig oder nicht, sei dahingestellt. Die ersten Bedenken kommen, als die Mieterin längere Zeit die Waschmaschine im Keller nicht nutzt. Darauf angesprochen, erklärt sie, Angst zu haben, den Keller zu betreten. Die Wäsche trocknet sie seit April 2017 bei geschlossenen Fenstern im Schlafzimmer. Aufgrund der anhaltenden Feuchtigkeit im Raum wölbt sich das Laminat. Gespräche mit der Mieterin sind jetzt kaum noch möglich, stattdessen findet eine „Vermeidungsstrategie“ statt. Schweren Herzens kündigt schließlich Familie Kiefer unter Wahrung aller gesetzlichen Vorgaben und Fristen im Mai 2017 ihrer Mieterin. „Sie hatte, wie vorgeschrieben, ein halbes Jahr Zeit, die Wohnung zu räumen“, erinnert sich Alfred Kiefer. Der Kündigungstermin, 30. November 2017, verstreicht, ohne dass die Mieterin ihrer Verpflichtung nachkommt. Stattdessen argumentiert sie gegenüber Dritten, man könne sie im Winter mit einem Kind ohnehin nicht rauswerfen. Es folgt eine Räumungsklage. Die Hoffnung des Rechtsanwalts des Ehepaars Kiefers, dass die unliebsame Mieterin zum Jahresbeginn 2018 die Wohnung verlässt, erweist sich als zu optimistisch. Bei zwei Gerichtsterminen erscheint die Mieterin nicht. Ein Gerichtsvollzieher hat nun am Mittwoch dieser Woche die Wohnung besichtigt, nachdem die Mieterin endlich ausgezogen ist. Was zum Vorschein kommt, verschlägt Gabriele Kiefer die Sprache. Ungeziefer, die Räume sind vermüllt, es stinkt erbärmlich, das Laminat wölbt sich. Ob Schimmel vorhanden ist, muss geprüft werden. Die Kiefers sprechen von mehreren Tausend Euro Schaden, auf dem sie wohl sitzen bleiben. Das Gesetz verlangt nun von den Vermietern, die persönlichen Gegenstände der Mieterin einen Monat lang aufzubewahren, „bevor wir die Sachen wohl auch auf unsere Kosten entsorgen müssen“, stellt Gabriele Kiefer enttäuscht fest. Jetzt hofft das Ehepaar darauf, dass die Mieterin wenigstens so viel Anstand besitzt, den Dreck, den sie angerichtet hat, zu entsorgen. Denn: „Wir wollen wieder an das Gute im Menschen glauben.“