Rheinpfalz Mehr Wasserflächen schaffen
In der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats hatte Manfred Schary, Sprecher der CDU-Fraktion aus Hinterweidenthal, angeregt, ehemalige und mittlerweile aufgelassene Wasserflächen zu reaktivieren. Verbandsbürgermeister Werner Kölsch sagte zu, das Anliegen den entsprechenden Fachbehörden vorzutragen.
Für das Vorhaben sprächen, so Schary, zunächst ökologische Gründe: „Es könnten so Biotope geschaffen werden, die Lebensraum für Amphibien und für Wasservögel wie den Schwarzstorch oder die Wasseramsel bereitstellen können“, sagt er. Er verweist auf die temperaturausgleichende Funktion von Wasserflächen und darauf, dass die wiederherzustellenden Gewässer auch ein Wasserreservoir – beispielsweise als Löschteiche – darstellten. Nicht zuletzt könnte touristisch gepunktet werden. Schary hat drei Möglichkeiten auf Hinterweidenthaler Gemarkung ausgemacht. Zum einen sei es problemlos möglich, am Ausgang der „Wäsch“ und vor der Unterführung, wo früher zwei Fischteiche angelegt waren, eine Wasserfläche mit einer Größe von 160 auf 60 Meter zu schaffen. „Hier eine Wasserfläche anzulegen, ist ohne großen Aufwand möglich, weil im Zuge des Ausbaus der B 10 vom Landesbetrieb Mobilität für viel Geld bereits ein Stauwehr gebaut wurde.“ Man müsse, so Schary, der den Naturschutz als sein Steckenpferd bezeichnet und Mitglied des BUND ist, lediglich das zugewachsene Gelände freischneiden und das bestehende Stauwehr schließen, um den Kaltenbach, der auch nach diesem trockenen Sommer noch sprudelnd über Steinbrocken fällt und ziemlich viel Wasser Richtung Salzbach und Wieslauter transportiert, aufzustauen. „Diese Maßnahme müsste ohne großen bürokratischen Aufwand zu realisieren sein“, meint Schary. Interessant: Bei Google Maps ist an der fraglichen Stelle ein Gewässer eingetragen. Dass die Umsetzung der beiden anderen Standorte eher heikel sein dürfte, räumt der Kommunalpolitiker ein. Es geht zum einen um frühere Fischteiche, darunter auch ein großer Seerosenweiher im Zieglertal, der von der Wieslauter durchflossen wird. Dort sei der Damm gebrochen, die Weiher seien verlandet. Ähnlich sehe es im Horbachtal aus, wo an der Forststraße zur Meisenhalde vier ehemalige Fischteiche verfallen sind. „Ich bin mir bewusst, dass diese beiden Standorte in beziehungsweise am Rand der Kernzone im Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen liegen, dass dort menschliche Eingriffe in die Natur kaum möglich sind“, stellt Schary fest. Wenn er aber die gegenwärtig laufenden Diskussionen um die Kernzone richtig interpretiere, dann zeichne sich ab, dass doch „vielleicht Möglichkeiten eingeräumt werden könnten, dass der Mensch korrigierend eingreift“. Und wenn das möglich sein sollte, dann könne diese Reaktivierung vielleicht über die „Aktion Blau“ gefördert werden, sieht Schary durchaus Möglichkeiten, dass sein Vorschlag in die Realität umgesetzt wird. „Mein Vorstoß soll nur ein Impuls sein, um über Möglichkeiten nachzudenken“, betont er. Wie Bürgermeister Kölsch auf Anfrage mitteilte, nimmt er diesen gerne auf. Die Verwaltung sei beauftragt, bei den entsprechenden Stellen – unter anderem bei der Naturschutzbehörde, der Wasserschutzbehörde, dem Naturpark Pfälzerwald und dem Umweltministerium – wegen der Machbarkeit vorzufühlen.