Rheinpfalz Mehr Platz und moderne, bunte Räume
Erster Schultag nach den Ferien. Immer ein Erlebnis. In diesem Jahr ein ganz besonderes für die Schüler der Grundschulen in Waldfischbach-Burgalben und Thaleischweiler-Fröschen. Sie bezogen zum ersten Mal ihre sanierten Schulen.
Jeweils knapp 2,5 Millionen Euro haben beide Verbandsgemeinden in ihre Grundschulen investiert. In den vergangenen zwei Jahren gehörten die Schulgebäude, die saniert und erweitert wurden, ausschließlich den Handwerkern, die Schüler waren ausquartiert. Die Worte „echt schön“, und mehrfach ein nach oben gestreckter Daumen auf Schüler-, Eltern- und Lehrerseite zeigten gestern, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Tür auf, reingeschaut. „Ah, da sind die Toiletten.“ 7.25 Uhr, neues Grundschulgebäude in Waldfischbach-Burgalben. Die Zeiten, in denen die Kinder vor der Baustelle in den Bus einstiegen, nach Burgalben oder Hermersberg zum Unterricht gefahren wurden, sind vorbei. „Gott sei Dank“, freut sich Schulleiter Sascha Hinkel. Im neuen Verwaltungstrakt, der dadurch entstand, dass ein zuvor überdachter Fußweg komplett umbaut wurde, herrscht Hochbetrieb. Alle Lehrer sind schon da. „Bin ich gar nicht gewohnt“, sagt Hinkel. Wie die Schüler war auch das Lehrerkollegium während der zweijährigen Bauzeit auf beide Unterrichtsstandorte aufgeteilt. Die Klassen zwei, drei und vier ziehen als erstes ins neue Gebäude ein. Die Schulanfänger kommen am nächsten Tag. Das hat Sinas Papa vergessen und beschert der Tochter einen unerwarteten Ferientag mehr. Aber wenn die Familie schon mal da ist, wird die neue Schule gleich begutachtet. Klasse 2a? Klasse 3b? Großes Hallo zwischen Lehrern, 13 unterrichten in Waldfischbach-Burgalben, und Schülern. 160 Schüler lernen hier, über ein Drittel nutzt das Ganztagsangebot. „Gibt es bereits heute schon“, sagt Lehrerin Ilona Bettenstedt, die im oberen Stockwerk die Schüler auf die jeweiligen Klassensäle verteilt. „Guck mal, da ist der Aufzug. Den dürfen wir nicht benutzen.“ Der neue Aufzug befindet sich gegenüber der zweiten Klasse . Der wurde eingebaut, um die Schule barrierefrei zu machen. An der hinteren Wand des Saales hängt noch eine grüne Tafel, vorne ein modernes Smartboard. Immer mehr Schüler und Eltern, die als Tragehilfe am ersten Schultag dabei sind, kommen. Kein Parkplatz zu finden, ist immer wieder zu hören. Weil im Umfeld Platz fehlte, wuchs die Schule in Waldfischbach-Burgalben auf dem vorhandenen Gebäude in die Höhe. Links, rechts, nach oben. Verteilen, empfangen, verteilen. Die neuen Spinde, die in den Fluren für bunte Farbtupfer sorgen, werden gefüllt. „Hey Max“, „Hallo Robin“. Wiedersehen nach den Ferien. Wenn Max schon oben auf der Treppe steht, ist für Robin klar: Sein künftiger Saal liegt auch im zweiten Stock. Noch ist früher Morgen, aber die Jalousien sind bereits heruntergefahren, um der Hitze zu Schuljahresbeginn frühzeitig zu trotzen. Schall- und Wärmeschutz waren zwei wichtige Punkte bei der Sanierung der Grundschule. Weil es ein besonderer Tag ist, begrüßt Schulleiter Hinkel die Schüler auf dem inneren Schulhof. Fläche zum Toben zwischen den Unterrichtseinheiten gibt es nun genug. „Viele von euch kannten bisher auch noch keinen Spielplatz“, sagt Hinkel. Der grenzt jetzt direkt ans Schulgebäude an. „Na, gefällt euch das neue Gebäude?“, will Hinkel wissen. „Juhuuu, ja schön“, rufen viele. „Es ist viel größer“, hat ein Schüler erkannt. Und schon erteilt der Schulleiter die erste Aufgabe im neuen Schuljahr: „Achtet auch darauf, dass die Schule lange so schön bleibt.“ Jetzt heißt es ab in den Unterricht. Die Schüler machen das, was Hinkel das Wichtigste ist: das Schulgebäude mit Leben füllen. Dass hier bis vor Kurzem noch eine Großbaustelle war, daran erinnert das Hinweisschild am Eingangstor: „Betreten verboten.“ Das sieht zum gleichen Zeitpunkt in Thaleischweiler-Fröschen an der Grundschule noch ganz anders aus. Ein Bagger, ein Bauwagen, rot-weiße Absperrschilder. Der vordere Schulhof ist noch nicht fertig, bleibt in den nächsten Wochen noch Baustelle. Schulleiter Bernd Schatzmann ist ganz entspannt. „Das wird alles“, sagt er. In den nächsten Tagen heiße es „improvisieren auf hohem Niveau“, sagt Schatzmann lachend. Wer jemals umgezogen ist, der weiß, es dauert, bis alles seinen endgültigen Platz gefunden hat. Eines steht schon sicher fest: Die neue Schule ist ein Hingucker mit der jetzt vorgelagerten, von Glas dominierten Mensa, darunter der multifunktionale Aufenthaltsraum. Das hat nicht jeder, das ist schön und sinnvoll. Wie das Ingenieurbüro Franz & Vatter aus Hermersberg sowie die Mitarbeiter der Bauabteilung in Waldfischbach-Burgalben achteten die Architekten vom Planungsteam Südwest und die Mitarbeiter der hiesigen Bauverwaltung auch in Thaleischweiler-Fröschen auf Reminiszenzen ans frühere Schulgebäude. Was in Waldfischbach-Burgalben der aufpolierte Schallschutz aus den 1960er Jahren ist, ist in Thaleischweiler-Fröschen die aufpolierte Treppe. Sie sieht aus wie neu. Daneben der Aufzug, auch hier Barrierefreiheit im ganzen Gebäude. Hier und da stehen noch Umzugskartons. Zwei Jahre lang fuhren Schüler und Lehrer nach Wallhalben. Jetzt sind sie zurück. Oder wie die Zweit- und Drittklässer zum ersten Mal in der Schule in Thaleischweiler-Fröschen. Ihnen hat es gefallen im „Exil“ in Wallhalben. Aber die neue Schule ist „super-schön“, freuen sich die Kinder, als sie aus der Kirche zurück ins Schulgebäude kommen. Auch hier eine der wichtigsten Fragen: Wo sind die Toiletten? Wo sie immer waren und doch ganz anders. Die Toiletten sind jetzt im Inneren des Schulgebäudes. Nur beschriftet sind sie noch nicht. „Rechts die Jungs, links die Mädels.“ Dieter Nikolaus vom Ingenieurbüro ist vor Ort. Ein langer Schlitz zieht sich durch die Wand neben den Toiletten. Ein Fehlschlag sozusagen. Beim Aufhängen der Garderoben „ist der Schlag zwei Zentimeter zu weit links gelandet“, erklärt Nikolaus. Leitung getroffen. Aufstemmen. „Machen wir wieder schön“, verspricht er. Die bunten Klassenzimmer füllen sich. Im orangefarbenen Raum herrscht noch Ruhe. Hier zieht erst heute eine erste Klasse ein. Die Girlande mit dem Gruß „Alles Gute zum Schulanfang“ hängt bereits. „Wir haben keine grüne Tafel und keine Kreide mehr“, erklärt Lehrerin Margit Dorst ihren Schülern. Zukünftig wird mit den Smartboards gearbeitet. Moderne multimediale Tafeln. „Bis wir uns alle richtig damit auskennen, heißt es Finger weg“, mahnt Dorst. Im Raum herrscht trotz Sommerhitze angenehmes Klima. Auch in Thaleischweiler-Fröschen wurde den Themen Belüftung/Beschattung viel Aufmerksamkeit geschenkt. „Und diese Schallschutzdecken sind einfach klasse“, freut sich Schulleiter Schatzmann über eine angenehm gedämpfte Atmosphäre im Gebäude. Von den 161 Kindern, die die Schule in Thaleischweiler-Fröschen besuchen, werden 62 seit gestern vom Küchenteam des Restaurants „Pfalzlounge“ bekocht. Auch das eine Neuerung. Und es wird noch viel mehr Neues zu entdecken geben in den nächsten Tagen in den Schulen in Thaleischweiler-Fröschen und Waldfischbach-Burgalben.