Rheinpfalz Martin: Bauamt nach Wallhalben

Die Bauabteilung der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben sollte nach Wallhalben verlegt werden, damit die Mitarbeiter am selben Standort sitzen wie die Verbandsgemeindewerke. Das fordert Wallhalbens Bürgermeister Berthold Martin. Auf Anfrage der RHEINPFALZ kritisierte er am Donnerstag auch die Entscheidung der Verwaltung, die Post im Wallhalber Rathaus nur noch halbtags zu öffnen (wir berichteten).
„Jetzt kommt das, was wir befürchtet haben“, sagte er und meinte damit auch die Entscheidung, den Fachbereich Bürgerdienste fast komplett nach Thaleischweiler zu verlegen (wir berichteten am Donnerstag). Die Zusage, alles aufrecht zu erhalten, werde „so langsam ad acta gelegt“. Natürlich sei es effektiver, alle Mitarbeiter an einem Standort zu haben, aber man könne auch Personal nach Wallhalben versetzen. „Wallhalben muss man auslasten“, sprach er den Zustand und die Größe des dortigen Verwaltungsgebäudes an. Da Bauabteilung und Werke eng zusammenarbeiten, forderte er, diese beiden Abteilungen komplett nach Wallhalben zu verlegen. Derzeit sind nur die Werke in Wallhalben untergebracht. Martin befürchtet, dass die Post nun weiter Kunden verliert, wenn sie nur noch halbtags geöffnet ist. Seine Befürchtung ist, dass sie irgendwann ganz schließt. Allerdings räumte er ein, dass die Post auch Konkurrenz bekommen habe, etwa durch Paketdienste. Dass die Postbank schließt, kann er dagegen verstehen: „Die Postbank war nicht das Nonplusultra.“ Hier sei es wegen des Geldes auch um Sicherheitsfragen gegangen. Man habe einen Tresor gebraucht, und es hätten immer zwei Angestellte da sein müssen. Martin widerspricht jedoch Verbandsbürgermeister Thomas Peifer, dass die Kosten für die Post einmal bei 30.000 Euro gelegen hätten: Als er Verbandsbürgermeister in Wallhalben war, habe das teuerste Jahr unterm Strich 11.000 Euro gekostet. Man müsse die Einnahmen gegenrechnen, und man müsse auch sehen, dass ein Mitarbeiter nicht den ganzen Tag mit der Post beschäftigt ist, sondern auch andere Dinge erledigt. Dass auch die Volksbank neben dem Wallalbmarkt schließt, sei schade, sagte Martin. Der damalige Vorstand habe explizit erklärt, dass die Bank in den ländlichen Raum geht. „Schade, dass man sich ganz rauszieht“, findet Martin, auch wenn hier „unter Zwängen gehandelt“ werde, etwa weil immer mehr Menschen ihre Bankgeschäfte online am Computer oder gar übers Smartphone erledigen. Allerdings findet er auch: „Die Betriebswirtschaft dürfte für die Volksbank nicht im Vordergrund stehen.“ Die Schließung betreffe nicht nur die Wallhalber, sondern auch Leute aus den Nachbarorten. „Für Wallhalben als Versorgungsmittelpunkt wiegt das umso schwerer“, bedauert Martin. Verbandsbürgermeister Peifer sagte am Dienstag auf Anfrage der RHEINPFALZ, die Verwaltung sei von der Bank vorher nicht über die Schließung informiert worden. Auch er verwies darauf, dass immer weniger Leute die Bank vor Ort nutzen. Die Volksbank hatte 2010 ihre neue Filiale direkt am Eingang des Wallalbmarktes eröffnet. Marktleiter Uwe Dressler war am Donnerstag nicht zu erreichen. (Archivfotos: Laborenz)