Rheinpfalz
Mannheim: Neueröffnung des K1-Karrees im September
Die Entwicklung der Breiten Straße ist geprägt von einem Auf und Ab. Zuletzt gab es aber deutlich mehr Tiefs. Von der Mitte September geplanten Neueröffnung des K1-Karrees dürfte die gesamte Fußgängerzone profitieren.
Die Breite Straße in Mannheim hat schon oft ihr Gesicht verändert. Das tut sie auch gerade wieder. Gespannt sind viele auf die Neueröffnung eines Komplexes, der an einem wohl bekannten Standort eröffnet. Wo einst das Warenhaus Karstadt die Fußgängerzone prägte und eine Möbelhaus-Kette in der jüngeren Vergangenheit mit Pauken und Trompeten scheiterte, steht nun das K1-Karree eineinhalb Monate vor der Eröffnung. Es soll in erster Linie Geschäfte – unter anderem die erhofften Kundenmagneten Aldi und Rossmann –, ein Fitnessstudio und ein Kino beherbergen. Wolfgang Ockert, Vorsitzender des Bürger- und Gewerbevereins Östliche Innenstadt, ist guter Dinge, dass die ganze Breite Straße von dem Einzelhandelszentrum profitiert. Überhaupt hat der Teil der Mannheimer Innenstadt seiner Einschätzung nach zuletzt in mehreren Punkten eine positive Entwicklung genommen. Erleichtert hat der 79-Jährige vor allem zur Kenntnis genommen, dass die Polizei es offenbar geschafft hat, die Drogenproblematik in der Breiten Straße und den angrenzenden Quadraten in den Griff zu bekommen.
Der Fremdkörper ist verschwunden
„Allein von außen sieht das Gebäude schon mal besser aus als das vorherige“, sagt Ockert. Während das Möbelhaus wie ein Fremdkörper in der Fußgängerzone wirkte, fügt sich das neue Gebäude wesentlich besser in seine Umgebung ein. Das leerstehende Haus hat im Frühjahr 2017 die Projektgesellschaft K1 Immobilien GmbH übernommen, die der Mannheimer Unternehmer Ömer Nohut führt. Seine Pläne für ein Einkaufszentrum zogen eine aufwendige Sanierung des Gebäudes nach sich. Es wurde entkernt, nur der Rohbau blieb stehen. „Das ist eine interessante Neuansiedlung. Das Zentrum hat eine gute Mischung. Das macht einen guten Eindruck“, sagt Ockert, der über die Entwicklung der Breiten Straße so viel sagen kann wie kaum ein anderer. Es kündigt sich noch mehr Bewegung in der Breiten Straße an. Das ehemalige Woolworth-Gebäude an der Ecke U 1/T 1, das architektonisch nicht gerade als Meisterleistung gilt, soll in Kürze abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Ein Investor plant offenbar, ein Hotel an dem Standort zu eröffnen. In Mannheim schießen Übernachtungsbetriebe derzeit ohnehin schon fast wie Pilze aus dem Boden. Wolfgang Ockert ist der Ansicht, dass es für die vielen Hotels in Mannheim einen Markt gibt. Dabei profitiere die Stadt von zweierlei: Zum einen davon, dass Frankfurt als Hotel-Standort überlastet sei und durch den Brexit einen weiteren Schub bekomme. Zum anderen habe Heidelberg beim Thema Hotel-Bauten eine Entwicklung verschlafen. „Dort wurde nicht richtig nachgezogen“, betont Ockert.
Kampf gegen die Drogenszene
Vor fast drei Jahren bereitete dem Bürger- und Gewerbevereinsvorsitzenden ein ganz anderes Thema Sorgen. Die östliche Mannheimer Innenstadt hatte mit einem Imageproblem zu kämpfen. Dass sich hier wieder eine offene Drogenszene breitgemacht hatte, passte ins Bild. Es wurde auf offener Straße mit Rauschgift gehandelt. Viele Dealer stammten aus Schwarzafrika sowie den Maghreb-Staaten Tunesien, Algerien und Marokko. Eine Gaststätte soll damals als Rückzugsstätte für die Dealer gedient haben. An manchen Tagen wurden bis zu 50 Männer festgenommen, am nächsten Tag waren zehn neue da. Die Anstrengungen der Polizei haben nun offenbar gefruchtet. „Da wurde eine Riesenarbeit gemacht“, sagt Ockert. Der Überwachungsdruck sei hoch gehalten worden, so dass sich die Szene verabschiedet habe. Ockert sei nun von Umtrieben auf der anderen Seite der Fußgängerzone berichtet worden. Ein Teil der Szene habe sich scheinbar in die westliche Innenstadt rund um den Murnauplatz verlagert. „Die Polizei beobachtet das genau.“ Das Motto von Wolfgang Ockert ist in all den Jahren das gleiche geblieben: Nicht aufgeben und positiv nach vorne schauen.