Rheinpfalz Looping an der Tunneldecke

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Filmreife Autofahrt einer jungen US-Amerikanerin: In der Nacht zum Donnerstag ist die 24-jährige Frau mit ihrem Wagen im Hörnchenbergtunnel bei Landstuhl etwa zwölf Meter hoch bis zur Decke geschossen. Dort fuhr der Pkw an der Deckenwand entlang, demolierte dabei die elektrischen Einrichtungen und überschlug sich, bis er schließlich kopfüber mit dem Dach auf dem Tunnelboden aufschlug. Die Fahrerin wurde schwer verletzt in ihrem völlig zertrümmerten Auto eingeklemmt.

Die 24-Jährige war mit ihrem Toyota aus Richtung Landstuhl-Atzel in Richtung Pirmasens unterwegs – offensichtlich mit hohem Tempo. Nach dem sie das Portal des Tunnels passiert hatte, kam sie sie so unglücklich von der Fahrbahn ab, dass ihr Wagen an der rechten Tunnelwand hinauf zur Decke fuhr und die dort angebrachte Beleuchtungskonstruktionen zertrümmerte. Dabei kam es am Versorgungsnetz des Bauwerks zu erheblichen Schäden, so die Polizei, die die Schäden insgesamt auf 50.000 Euro schätzt. Nachdem das Auto an der gegenüberliegenden Wand wieder heruntergerutscht war, schlitterte es mehrere Meter weit auf dem linken Fahrstreifen entlang, bis es endlich auf dem Dach zum Stillstand kam. Beim Eintreffen der Kräfte des Rettungsdienstes und der mit 25 Helfern und acht Fahrzeugen anrückenden Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Landstuhl war die Fahrerin nach Auskunft von Wehrleiter Tomas Jung in den Trümmern eingeklemmt. Mit Schere und Spreizer mussten die Wehrleute an die Arbeit gehen, um das Unfallopfer zu befreien. Dabei wurde das Auto stabilisiert. Während der Aktion kümmerte sich ein Notarzt mit Sanitätspersonal um die Schwerverletzte. Danach wurde sie ins Westpfalz-Krankenhaus nach Kaiserslautern gebracht. Die Tunnelröhre in Richtung Pirmasens musste für Stunden gesperrt werden. Der Verkehr wurde großräumig am Autobahnkreuz Landstuhl umgeleitet. Für Licht an der Unfallstelle sorgte die Feuerwehr. Unmittelbar vor der Einsatzstelle wartende Fahrzeuge konnten auf der Autobahn 62 wenden und zurückfahren. Es ist nicht der erste spektakuläre Looping-Unfall im Hörnchenbergtunnel: Im August 2007 hatte ein 44 Jahre alter Autofahrer aus Zweibrücken bei der Einfahrt in den Tunnel aus Richtung Weselberg die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Der Pkw schoss damals die schräg ansteigende Betoneinfassung am Eingang sieben Meter hoch hinauf, überschlug sich und blieb – wie bei dem jüngsten Fall – auf dem Dach liegen (die RHEINPFALZ berichtete). Das Auto war offensichtlich zu schnell unterwegs; in der Röhre galt Tempo 80. Noch kurz vor dem Hörnchenberg soll der Fahrer damals andere Fahrzeuge überholt haben, wie Zeugen aussagten. Der Fahrer wurde ebenfalls eingeklemmt und erlitt schwere Verletzungen. Bei der Unfallursache ging die Polizei von unangepasstem Tempo aus. (rs)

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