Rheinpfalz leserbriefe an die lokalredaktion:

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Hier einige Tatsachen, die in Ihrer Beurteilung von Josef Hammer, dem ehemaligen Bürgermeister von Fischbach, fehlen. Die Ortsgemeinden Fischbach und Ludwigswinkel haben Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in Eigeninitiative nach dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte ein langfristiges Konzept entwickelt und umgesetzt. Neben dem Industriepark mit einem Solarpark im ehemaligen Depot wurde als zweites Standbein in Fischbach der Tourismus in Form des Biosphärenhauses gefördert. Dass die Stadt Pirmasens Jahre später mit der Umnutzung der Husterhöhe und dem Bau des Dynamikums diese Konzeption kopierte, zeigt wohl, dass Fischbach und Ludwigswinkel in ihrer Einschätzung richtig lagen. Herr Hammer hat in seiner Zeit ab 2002 als Bürgermeister immer, aufbauend auf das ursprüngliche Konzept, mit Unterstützung des Gemeinderates das vorgegebene Ziel verfolgt. Dank des Finanzierungspolsters der wiederkehrenden Beiträge wurden und werden innerörtliche Straßen modernisiert, ohne dass der Bürger über Gebühr beansprucht wird. Fischbach verfügt heute Dank seiner Initiative über ein Zentrum mit einem kleinen Park, Toilettenanlage und einem angeschlossenen Platz zum Feiern und Parken. Die Liste der erfolgreichen Maßnahmen lässt sich fortsetzen. Sind diese Tatsachen in Ihre Bewertung mit eingeflossen oder war Ihr Fazit lediglich ein erbärmliches Nachtreten? Von einem seriösen Journalismus einer anerkannten Tageszeitung darf ich einen gut recherchierten Artikel und ein begründetes Fazit erwarten. Mein Fazit: Für eine Schlagzeile mit recht zweifelhafter Wortwahl ging der Anstand baden. Die Äußerung, durch Sturm fallen im Privatwald deutlich mehr Bäume als im Staatswald, ist nicht nur nicht zu belegen, sondern, wenn man offenen Auges durch den Wald geht und die Unterschiede zwischen Privat- und Staatswald sieht, offensichtlich eine völlig surreale Aussage. Es stellt sich schon die Frage, in welcher Welt leben die Förster zwischenzeitlich eigentlich? Tatsächlich sind die Bäume im Staatswald nicht nur mehr gefährdet, sondern fallen dem Sturm in relativ großer Anzahl zum Opfer. Dagegen ist in einem „ungepflegten“ und vom heutigen försterlichen Wahnsinn verschonten Privatwald kaum ein Sturmschaden zu beobachten. Wie kommt dies? Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten, wenn man sich mit der Problematik der heutigen industriellen Ausbeutung des Waldes durch die Forstämter beschäftigt. Zudem ist der Privatwald noch eher das, was sich der gesunde Menschenverstand unter einem Wald vorstellt. Mit der Abholzung der Wälder änderte sich alles, besonders seit die Bodenverdichtung durch die riesigen Holzvollernter wie die Harvester, die zwölfmal so viel Holz fällen wie ein Waldarbeiter in der gleichen Zeit und die mit einem Gewicht von bis zu 50 Tonnen den Boden bis zu einer direkten Tiefe von zwei Metern zerstören und das auf einer Breite von acht Metern (fünf Meter Fahrspur und zweimal 1,5 Meter links und rechts der Fahrspur). Ferner wurden durch die Vollernter bundesweit in den letzten zirka zehn Jahren zirka 10.000 Arbeitsplätze im Wald vernichtet. Bei einem Rückegassen-Abstand von 20 Metern (selbst die 20 Meter werden oft unterschritten), wie er in den meisten Wäldern heute üblich ist, kommt man auf eine Waldbodenzerstörung von bis zu 50 Prozent. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Wasserspeicherfähigkeit bis zu 95 Prozent abnimmt, das wiederum lässt die Bäume schlechter wachsen und macht sie anfälliger gegen Schädlinge. Darüber hinaus kann sich das Wurzelwerk durch die Verdichtung nicht mehr vernünftig in der Tiefe entfalten, dadurch stehen die Bäume nicht mehr so stabil und fallen bei heftigen Stürmen schneller um. Viele Flachwurzler sind in Wirklichkeit gar keine Flachwurzler, können ihre Wurzeln nur nicht mehr durch die stark verdichteten Waldböden hindurchschieben. Waldböden, die mit schwerem Gerät befahren werden, erleiden kaum wieder zu behebenden Schaden. Die Möglichkeit des Sturmes, ungebremst in zum Teil bis fast zum Kahlschlag abgeholzte Flächen zu blasen, gibt vielen Bäumen dann den Rest. Ein Ergebnis der nachhaltigen Forstwirtschaft. Der Schlusssatz im Artikel – „Eine Holzernte kann so kaum stattfinden“ – könnte ebenso aus einem Scherzartikelversand stammen. Ich frage mich, was machen die ganzen Maschinen im Wald, wenn keine Holzernte stattfindet? Übrigens, Herr Ringeisen, die Holzernte findet zwischenzeitlich längst nicht mehr in den Wintermonaten statt, sondern wird ganzjährig betrieben. Dies wurde mir übrigens von der Forstverwaltung Neustadt so schriftlich bestätigt. Mein Tipp an Sie, einfach mal im Wald umschauen.

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