Rheinpfalz Kultur-Hof am Speyerbach geplant

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Speyer. Als „Filetstück“ wurde das Grundstück einst im Speyerer Stadtrat bezeichnet. Es sei als eine der letzten größeren stadteigenen Flächen im Altstadtbereich von besonderem Wert. Das war im Jahr 2007. Damals gab es eine Debatte, ob das Anwesen, das lange den „Berzel-Flohmarkt“ beheimatete, verkauft werden dürfe. Inzwischen hat sich die Stadt dazu entschieden, macht aber Auflagen.

„Es werden Konzepte mit kulturellem, kunsthandwerklichem und sozialem Bezug sowie Manufakturen bevorzugt“, so die Ausschreibung der Stadt. Vorgegeben ist, dass die Substanz nach Möglichkeit erhalten werden muss. Sie ist historisch: Es handelt sich um ein bäuerliches Ensemble aus dem 18. Jahrhundert. Zum straßenseitigen Wohnhaus – der nicht der Stadt gehörenden und nicht zum Verkauf stehenden Hausnummer 1 – kommt ein rückwärtiger Fachwerkbau am Speyerbach, ein früheres Wirtschaftsgebäude. Es steht samt 393-Quadratmeter-Areal als Tränkgasse 1a zum Verkauf. „Das Anwesen bildet speziell in seiner Rückansicht von der Sonnenbrücke aus einen wesentlichen Teil der historischen, für die Vorstadt über dem Hasenpfuhl charakteristischen Bautengruppe“, so die Denkmaltopographie des Landes. Sie erkennt einen interessanten Kontrast zum in Sichtweite stehenden Kaiserdom. Der Speyerer Rolf Berzel hat einst im eingemauerten Hof und im Rückgebäude mehr als zwei Jahrzehnte ein Trödel-Geschäft betrieben. Nach seinem Tod hat die Stadt den Mietvertrag Ende 2007 gekündigt: Der hohe Sanierungsbedarf stehe in keinem Verhältnis zu den Mieteinnahmen. Dann wurde jedoch Berzels Erben auf deren Bitte zugesagt, vorerst den Markt weiter betreiben zu dürfen. Die Kehrtwende war auch eine Folge politischer Debatten, von Gerüchten um einen Verkauf an Investoren, die dort teure neue Wohnsubstanz errichten könnten, und einer Unterschriftenaktion zum Erhalt des Flohmarkts. Die Stadt hatte jedoch deutlich gemacht, dass über die weitere Verwendung des Areals noch nicht entschieden sei. „Ende 2008 wurde ein Gutachten über den Gebäudewert erstellt, ein Verkauf wurde jedoch vom Stadtvorstand zurückgestellt“, so Stadt-Sprecherin Barbara Fresenius. Am 31. März 2011 habe dann die Familie Berzel den Mietvertrag gekündigt, und im Dezember 2014 sei die Ausschreibung erfolgt. Basis: eine von der Stadtverwaltung ausgearbeitete „Konzeption mit stadtplanerischer Zielrichtung, die kein rein renditeorientiertes Vorhaben vorsieht“. Das Konzept erinnert in Teilen an 2007 von einem Sohn Rolf Berzels vertretene Ideen. Dieser hatte über Ausstellungsraum für junge Künstler und Kaffeenachmittage für Senioren nachgedacht, so die RHEINPFALZ damals. Ausgeschlossen sind nun laut Stadtverwaltung störende Gewerbebetriebe, reine Gastronomie, Vergnügungsstätten, eine reine Wohnnutzung sowie Ferienwohnungen. Das Gesamtareal müsse altstadtgerecht genutzt, der Hofbaum erhalten werden. Eine Aufstockung oder Verdichtung der Bebauung sei nicht zulässig, so die Stadt. „Der Altstadt-Charme soll erhalten bleiben“, erläutert Fresenius auf Anfrage. Interessenten, die im Dezember die Chance zu einer Besichtigung hatten, müssen ihre Angebote mit ihren Vorstellungen zur künftigen Nutzung ergänzen. Bis Donnerstag haben sie Gelegenheit, diese bei der städtischen Immobilienverwaltung abzugeben. Zur Besichtigung waren laut Stadt 15 Personen gekommen. Zwei Konzepte liegen bisher offenbar vor.

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