Rheinpfalz Kreis hat keine Bedenken mehr gegen Hornbach

Der Kreis akzeptiert mittlerweile die Argumente der Verbandsgemeinde: Die Hornbacher sind bereits an der Drehleiter ausgebildet,
Der Kreis akzeptiert mittlerweile die Argumente der Verbandsgemeinde: Die Hornbacher sind bereits an der Drehleiter ausgebildet, die Contwiger haben schon genug zu tun, und in die meisten anderen Feuerwerhäuser passt so ein großes Auto gar nicht rein.

Der Landkreis Südwestpfalz hat keine Bedenken mehr, ein neues Drehleiterfahrzeug der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land in Hornbach anstatt in Contwig zu stationieren. Das geht aus dem Konzept des Arbeitskreises Hubrettungsfahrzeuge hervor, dem der Kreistag am heutigen Montag (15.30 Uhr, Sitzungssaal der Kreisverwaltung) zustimmen soll. Damit endet ein monatelanger Streit zwischen dem Kreis und der Verbandsgemeinde.

Hintergrund ist, dass die Verbandsgemeinde ein neues, 600.000 Euro teures Drehleiterfahrzeug kaufen möchte und dafür auf 150.000 Euro Zuschuss vom Kreis hofft. Der Verbandsgemeinderat Zweibrücken-Land hatte Mitte Juni beschlossen, dass die neue Drehleiter in Hornbach stationiert werden soll. Der Landkreis favorisiert Contwig als Standort, weil es zentraler und näher an der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben liegt und weil Contwig eine IGS hat. Die Verbandsgemeinde argumentiert, dass die Contwiger schon genug zu tun haben und die Hornbacher bereits an einer Drehleiter ausgebildet sind. Anfangs spielte in der Diskussion auch das Hotel Kloster Hornbach eine Rolle: Dass die Verbandsgemeinde derzeit eine Drehleiter mietet und in Hornbach stationiert hat, liegt daran, dass sie zum Einsatz käme, falls es im Kloster brennen sollte und Hotelgäste aus den oberen Stockwerken gerettet werden müssten. Kreis und Verbandsgemeinde haben sich aber im Sommer darauf geeinigt, die beiden Themen getrennt voneinander zu betrachten. Der zweite Rettungsweg im Klosterhotel soll nun durch ein Podest sichergestellt werden. Laut Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker hat die Stadt Hornbach diese Woche den Bauantrag beim Kreis eingereicht. Diese Lösung ist einer der Hauptpunkte, warum der Kreis nun doch dem Standort Hornbach zustimmen würde. In der Vorlage zur Kreistagssitzung am Montag heißt es: „Da die Objektbindung einer Drehleiter in Hornbach durch eine bauliche Lösung wegfallen soll, sind die bisher im Raum stehenden Bedenken zu einem dort stationierten Fahrzeug, das gleichzeitig auch überörtlich eingesetzt werden soll, hinfällig.“ Das vom Arbeitskreis vorgelegte Konzept hätten die Wehrleiter am 21. August noch einmal in einer Dienstbesprechung beraten – „auf Bitte der Landrätin“, „weisungsfrei“ und „insbesondere im Hinblick darauf, ob dem Wunsch der Stadt Hornbach und der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land entsprochen werden kann, die Drehleiter in Hornbach zu stationieren“, wie es in der Vorlage heißt. In der Beratung seien alle gewichtigen Gründe, die die Verbandsgemeinde vorgebracht hatte, berücksichtigt worden, „insbesondere dass bereits ausgebildetes Personal in Hornbach vorhanden ist, kein weiterer Unterstellplatz gebaut werden muss und die Contwiger Wehr mit vielen Sonderaufgaben belastet sei“. Das sind Argumente, die der neue Wehrleiter Thorsten Preyer Ende Mai im Gespräch mit der RHEINPFALZ vorgebracht hatte. Auch Verbandsbürgermeister Gundacker nannte sie im Gespräch mit der RHEINPFALZ noch einmal und hob vor allem die an der Drehleiter ausgebildeten Wehrleute in Hornbach und die bereits vielfältigen Aufgaben für die Contwiger hervor. Laut Kreisverwaltung hatten die Wehrleiter im August keine Bedenken gegen einen möglichen Standort in Hornbach erhoben. Die vorgegebenen Fristen bei Einsätzen könne man auch am Standort Hornbach einhalten, indem man mit der Stadt Zweibrücken oder mit Bruchmühlbach-Miesau kooperiert. Die Verwaltung empfiehlt dem Kreistag, dem Konzept am Montag zuzustimmen. Kreisfeuerwehrinspekteur Stiven Schütz wird es in der Sitzung vorstellen. Teil des Konzeptes sind auch Drehleiterfahrzeuge für Dahn, Rodalben und Waldfischbach-Burgalben. Damit könne man jeden Ort des Landkreises innerhalb von 25 Minuten mit einer Drehleiter erreichen. „Wir begrüßen das“, sagte Jürgen Gundacker zu der Haltung des Kreises. Stimmt der Kreistag zu, ist wieder die Verbandsgemeinde am Zug, die dann Zuschüsse beantragen muss. Der Beschluss vom Juni, dass das Auto nach Hornbach kommen soll, steht. Im Haushalt ist es für 2019 vorgesehen. Dann wolle man das Auto auch kaufen, „wenn die Förderkulisse so ist, wie wir uns das vorstellen“, sagte Gundacker.

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