Rheinpfalz Krankenhaus-Zukunft im Blick
Ein Chefarzt muss wollen, können und von seinen Kollegen für fähig gehalten werden: Dann kann er Ärztlicher Direktor werden. Christian Mönch wurde vom Kollegium gewählt. Das Ziel des neuen Ärztlichen Direktors: „Ich möchte die Entwicklung des Westpfalz-Klinikums prägen.“
Alle Chefärzte zusammen überlegen, wer für den Posten des Ärztlichen Direktors in Frage kommt. Wer ausgeguckt wird, muss auch wollen, denn das Amt ist eine „erhebliche Mehrbelastung“, sagt Christian Mönch, der allein in seiner Funktion als Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationsmedizin nicht über Arbeitsmangel klagen kann. Er hat Ja gesagt, wurde zum 1. Juli gewählt und bestimmt nun für zunächst vier Jahre die Geschicke des knapp 1400-Betten-Hauses mit. Seine Motivation zum Prägen und Mitentscheiden drückt er mit folgenden Worten aus: „Als Chefarzt will man seine Klinik bewegen, als Ärztlicher Direktor will ich das Westpfalz-Klinikum bewegen.“ Das sei wichtig für die Westpfalz, für die Region, „die wir behandeln wollen“. Die großen Entscheidungen werden von dem Klinik-Direktorium getroffen, das die drei Säulen eines Krankenhauses darstellt: das Ärztliche Direktorium, die Pflegedirektion und die Geschäftsführung. Mönch verteilt jedoch die Lorbeeren gleichmäßig, was seine Funktion angeht: „Der Ärztliche Direktor gibt dem Ganzen nur ein Dach, − einer muss den Hut aufhaben − die Mitarbeiter setzen um.“ Eins seiner Themen ist die Krankenhaus-Hygiene: „ganz wichtig. Da muss man sich ständig verbessern“, konstatiert der 45-Jährige. Vorgänger Axel Stachon hat das Thema Hygiene „schon komplett auf den Weg gebracht“, Mönch will dran bleiben. Ein Beispiel: Alle Ärzte, die im OP tätig sind, haben in diesem Jahr eine Hygieneschulung absolviert. Das sei in deutschen Kliniken nicht selbstverständlich, hebt Mönch hervor. Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) stellt immer wieder eine Herausforderung dar. Momentan läuft eine Testphase, nach der das sogenannte Triagesystem eingeführt werden soll. Dabei geht es in erster Linie darum, dass ein Arzt eine erste Einschätzung der wartenden Patienten vornimmt. Vielleicht müssen nicht alle in der Notaufnahme behandelt werden, doch auf jeden Fall sollen die Schwerkranken zuerst dran kommen. Damit sollen zügigere Abläufe geschaffen werden, wozu ein neues Raumkonzept und zusätzliche Geräte beitragen sollen. „Moderne Medizin mit menschlichen Gesicht“ lautet der Slogan des Klinikums. „Wir wollen moderne Medizin machen“, dazu gehöre das Nachdenken und Entscheiden über das Wie und Was. „Vor fünf Jahren hätten wir gesagt: Ein OP-Roboter hat keinen großen Stellenwert.“ Heute muss überlegt werden, wie er finanziert werden kann. Dieses Beispiel gelte für alle Großgeräte. IT und Digitalisierung spielen eine immer größere Rolle. Eines der Ziele Mönchs lautet: „Weg vom Papier.“ Was sich in der heutigen Zeit nach einer Trivialität anhört, gewinnt einen anderen Stellenwert, wenn Mönch beispielsweise die digitale Krankenakte erklärt, die − wie das Papier − 30 Jahre lang aufgehoben werden muss. Kompliziert wird die Sache, weil alle Daten der Patienten, die mal im Klinikum waren, erfasst werden müssen, nicht nur die, die neu eingeliefert werden. Weiteres großes Thema, das entschieden ist: ein Hybrid-OP − eine Groß-Investition und Hightech-Anlage mit mobilen Geräten. Dahinter steht das Konzept, dass der Patient nicht von einer Abteilung in die nächste wandern muss, sondern die Geräte wie Angiografieanlagen, Computer- oder Magnetresonanztomografen und die Ärzte wandern, der Patient bleibt im Hybrid-OP. 2017 soll es so weit sein. Manchmal gibt es „auch ganz banale Dinge, die entschieden werden müssen“, sagt Mönch und nennt das Großprojekt „Effektivität im OP-Saal“. Sie soll nämlich erhöht werden. Dazu wurde ein Rahmen festgelegt, zu dem gehört: Die ersten Patienten müssen um 7.45 Uhr im OP sein, die erste Operation beginnt spätestens um 8.30 Uhr. Dass viele Sitzungen seinen Stundenplan prägen, versteht sich von selbst. Der enge Kreis des Ärztlichen Direktoriums trifft sich wöchentlich, das Gesamtdirektorium vierteljährlich. Hinzu kommen eine „Vielzahl von Kommissionen“ wie Ethik- oder Studiengremium. |ita