Eisenberg Kranichtreffen am Lac du Der

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Vor etwa zweieinhalb Wochen sind die letzten Kraniche auf ihrem Flug zum Winterquartier über den Donnersbergkreis hinweggezogen. Dieses Jahr waren es besonders viele Vögel. Mich reizte es, ihnen zu ihrem nächsten Etappenziel zu folgen. Nur dreieinhalb Stunden Fahrtzeit von hier ist liegt einer der wichtigsten Rastplätze in Europa, der Lac du Der Chantecoq. Es ist der größte Stausee Europas mit 48 Quadratkilometern, in den 1960er und 70er Jahren als Rückhaltebecken gebaut, um das Marnetal und die Stadt Paris vor Hochwasser zu schützen beziehungsweise im Hochsommer den Wasserspiegel der Seine konstant zu halten. Ornithologen schätzen den Lac du Der wegen der rund 200 Vogelarten, die man hier beobachten kann. Im Herbst fällt der Wasserspiegel des Sees um rund zehn Meter ab, wodurch Sandbänke und kleine Inseln entstehen, sehr begehrt von den Kranichen als sichere Schlafplätze. 60.000 bis 140.000 machen hier Jahr für Jahr Station. Doch in diesem Herbst wurden alle Rekorde gebrochen: Am 11. November rasteten 206.000 „Vögel des Glücks“, wie die Kraniche auch genannt werden, am Lac. Diese Anzahl wurde noch nie an einem der großen Rastplätze in Europa oder Asien beobachtet. Es war ein ganz besonderes Erlebnis, beim ersten Morgengrauen auf dem Deich zu stehen und die großen Vögel zu sehen, die in Gruppen mit viel Geschrei aufbrachen und in riesigen Formationen wellenartig über unsere Köpfe hinwegflogen. Wenn dann die Sonne allmählich am Horizont aufgeht, über dem See und den umliegenden Feldern der Morgennebel wabert, am Himmel tausende von Kranichen sich zurufen, dann werden einem vor Freude die Augen feucht. Über eine Stunde lang erhebt sich Zug um Zug in den Himmel: wohin man schaut Kraniche, Kraniche, Kraniche. Dasselbe Schauspiel erlebt man in der Abenddämmerung, wenn die Kraniche zum Schlafen wieder auf die großen Sandbänke im See zurückkehren. Tagsüber kann man die Vögel in der Umgebung überall auf den Feldern stehen sehen. Es lohnt sich wirklich, während der Rastzeiten im Februar/März oder Oktober/November dort einen kurzen Urlaub zu machen und dieses grandiose Naturereignis zu beobachten. Um dorthin zu gelangen, fährt man auf der Autobahn Saarbrücken- Metz-Nancy, über die N 4 nach St. Dizier, dort links auf die D 384 Richtung Montier-en-Der. Etwa sechs Kilometer davor biegt man rechts ab zum Lac du Der. Viele Bauernhäuser bieten Zimmer mit Frühstück an.

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