Rheinpfalz Kostbarem Nass auf der Spur

Ein alter Schuh weiß letztlich Rat: Spaß hatten junge „Musical-Stars“ und Publikum bei der Aufführung in Waldfischbach-Burgalben
Ein alter Schuh weiß letztlich Rat: Spaß hatten junge »Musical-Stars« und Publikum bei der Aufführung in Waldfischbach-Burgalben.

„Kwela, Kwela“ – Afrika in Waldfischbach-Burgalben. 120 Schüler verwandelten beim Grundschul-Musical „Kwela, Kwela“ das Bürgerhaus in eine von (fast) allen in Afrika beheimateten Tieren belebte Landschaft und nahmen das begeisterte Publikum mit auf eine musikalische Reise, um lebenswichtiges Wasser zu finden.

Kwela ist der Name des typisch südafrikanischen Sounds. Dass das Bürgerhaus bis auf den letzten Platz gefüllt war, nicht nur die jungen Darsteller singend, tanzend, hüpfend, klatschend in Aktion waren, sondern auch das Publikum mitrissen, sorgte für die passenden schweißtreibenden Temperaturen. Längstens bei den Stücken „Ngiyabonga Nkosi“ und „Halleluja“ war beim traditionellen Grundschul-Musical, das unter Gesamtleitung von Heike Müller und Stefan Gabriel stand, lautstarke Unterstützung des Publikums gefragt. Schließlich galt es, die wassersuchenden Tiere auf ihrem beschwerlichen Weg bei großer Hitze zu unterstützen. Tiger, Löwen, gruselig dichtende Elefanten und der verliebte Zebra-Junge Jack, der auf das Zebra-Mädchen Priscilla steht – „sie hat die schärfsten Streifen“ – stellen eines Tages fest: Es gibt kein Wasser mehr. Dürre, brütende Hitze haben die Wasserläufe austrocknen lassen. „Wasser ist ein Geschenk. Was machen die Tiere, was machen die Zebras ohne?“, fragen die Tiere verzweifelt. Sie singen zu „Mama Afrika“, bitten um Hilfe, denn sie brauchen Wasser zum Leben. In der Not, auch der König weiß keine Lösung, wird vorgeschlagen, das Orakel zu fragen. Eine Idee, die die Tiere erst diskutieren, denn nicht immer ist das, was das Orakel vorschlägt, sinnvoll. Sein Rat an Zebra Jack, um Priscillas Herz zu erobern, lautete beispielsweise: „Schlag dir eine Pfanne auf den Kopf“. Das bescherte Jack Beulen, aber (noch) nicht das Herz des schärfsten Zebra-Mädchens. „Frag doch das Orakel, das gibt ein Debakel“, unken deshalb manche Tiere. Aber da es keine andere Lösung gibt, wird das Orakel geholt. Passend zum Veranstaltungsort entpuppt es sich als alter Schuh, der schlecht verständlich vor sich hin nuschelt. Rat eins des Orakels lautet: Ihr müsst nach Wasser graben. Wie graben? Wasser fällt doch vom Himmel. Aber die Tiere beginnen zu graben und stoßen – auf Wasser. „Ngiyabonga Nkosi – Halleluja“ wird das Ereignis singend gefeiert. Die Freude währt nicht lange. In der Nacht kommen gespenstisch weiße Diebe, stehlen das Wasser der Tiere. Also wieder graben, wieder singen, wieder Diebstahl, wieder graben, wieder singen ... Was tun, um den Kreislauf zu unterbrechen? Na klar, noch mal das Orakel befragen. Dieses Mal lautet sein kryptischer Rat: „Fragt die Hasen.“ Die Hasen? Die Tiere sind verwirrt. Ausgerechnet die Buschhasen Chipo und Luna, die bislang noch keinen Millimeter Erde abgetragen haben. Da es keine Alternative gibt, werden die Hasen zu Wächtern in der Nacht. Im Gegenzug sollen sie vom Wasser abbekommen. Und siehe da, ein alter stinkender Schuh hat wieder richtig orakelt. Der Gesang der Hasen gefällt den Wasserdieben, die sich als Gespenster der Nacht entpuppen. Aus Langeweile haben sie gestohlen. Sie versprechen, das Klauen einzustellen, wenn die Hasen für sie singen. „Win-Win-Situation nennt man das“, gibt es in Afrika für alle Beteiligten gleich noch eine Lektion in Englisch und Wirtschaftslehre. Der Deal wird gemacht. Die Geister haben Freude, die Tiere Wasser. Das muss natürlich auf Afrikanisch mit Musik und Tanz gefeiert werden. Bei Shakiras Song „Waka, waka“ wackelt das Bürgerhaus. „Tsamina mina eh eh Waka waka eh eh… It’s time for Africa“.

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