Kultur Südpfalz Konträre Werke sorgen für Diskussion

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Unter dem vagen Titel „Werk Konträr“ hat der Kunstverein Wörth in seiner ersten Ausstellung des Jahres sieben Künstler im alten Rathaus zusammen geführt. Dem Betrachter bleibt es selbst überlassen, das Konträre, Gegensätzliche in und zwischen den Werken der Maler, Grafiker und Bildhauer zu suchen und zu finden.

Sicherlich sehr zwiespältige, verstörende Gefühle wird der Schifferstadter Martin Eckrich mit der raumfüllenden Installation „Die Flucht“ auslösen. Auf dem Speicher des Rathauses liegen Reste eines Lebens in Afrika: alte Puppen, Skulpturen, ein Bettgestell, Hausrat, viele nicht mehr genau definierbare Objekte. Dazwischen hängen expressionistische Porträts und Fotografien von Tod und menschlichem Grauen, erzeugen eine Stimmung des Unwohlseins, des Schreckens, des Flüchtenwollens. Auch der Maler Hans-Hermann Müller aus Wiesbaden sendet Botschaften mit seiner an die Pop-Art angelehnten, nahe am Realismus befindlichen Kunst aus. Vorlagen in Form von Fotos reduziert er malerisch, lässt reale Hintergründe wegfallen und beschränkt seine Sicht auf das pralle Leben fast ausschließlich auf den Menschen. Seine Figuren strahlen Unbekümmertheit aus, wirken fröhlich und sorgenfrei. Und doch fragt sich der Betrachter, ob nicht vielleicht alles nur Fassade ist. Dimitri Vojnov aus Kelkheim liebt das Spiel mit der Ironie. Seine schrägen Charaktere haben ihren Ursprung in antiken Porträts. Vojnov dekoriert sie aber mit schrillen, modernen Accessoires, wie Tüten von Discountern, lässt sie dadurch flacher und konsumorientiert erscheinen. Neonfarben bevorzugt Manfred E. Plathe aus Neustadt bei seinen Mischtechniken, deren verschwommene Botschaften mit den oft nur schematisch gezeichneten Figuren im Vordergrund kontrastieren. Deutlich zugänglicher sind dagegen die Bilder von Wolfgang Blanke aus Kuhardt. Er zeigt Werke wie „Tischrunde“, „Strandleben“ oder „Weinprobe“, die eine hohen Wiedererkennungswert haben und ihren Reiz nicht nur aus der zurückhaltenden Farbigkeit ziehen, sondern auch aus der gerne gewählten Perspektive der Draufsicht. Sein Farbauftrag wirkt fast impressionistisch, spielerisch. In den Holzschnitten und Linoldrucken von Helga Boebel herrscht reges Leben. Menschen befinden sich im „Gespräch“, tummeln sich in „Straßenszenen“ oder sitzen „Im Boot“. Da keine der Figuren ein deutlich erkennbares Gesicht trägt, lassen all die anonymen Körper Raum für ein persönliches Hineinsinken, für Identifikation. Als einziger Plastiker ist Klaus Gündchen aus Karlsruhe bei der Ausstellung mit dabei. Von ihm sind Edelstahl-Objekte zu sehen, die sich bewegen lassen, die sich im Wind leicht drehen und zum Berühren verleiten. Aus Metallplatten und filigranen Zwischenstäben schweißt der Bildhauer seine Objekte zusammen, die ohne Titel bleiben, um beim Betrachten größtmöglichen Interpretationsspielraum zu lassen. Struktur gewinnen die bis zu manngroßen Werke durch bewusst gesetzte und sichtbar gebliebene Schleifspuren.

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