Rheinpfalz Kommentar: Verständnis gefragt

Seit fünf Jahren spricht man in Herschberg über den Bau der Windkraftanlagen. Es gab eine Infoveranstaltung, die Ratsentscheidungen waren im Amtsblatt nachzulesen, die Presse hat darüber berichtet, doch erst jetzt formiert sich in Herschberg der Protest. Das mag insbesondere für die Ratsmitglieder nicht nachvollziehbar sein, sie müssen es aber akzeptieren und darauf reagieren. Wenn die Herschberger Bürger Informationen einfordern, dann sollten sie die auch bekommen. Im Umkehrschluss heißt das aber für die Mitglieder der Bürgerinitiative, sie müssen auch auf den Rat zugehen. Es ist ihr gutes Recht, sich als mündige Bürger für die eigenen Interessen einzusetzen. Dem Rat Vertuschung vorzuwerfen, weil man sich über Jahre nicht ausreichend informiert hat, ist aber der falsche Weg. Beleidigungen verbieten sich indes ohnehin. Beide Seiten müssen nun sachlich miteinander umgehen. Auch wenn abzusehen ist, dass man am Ende – allen Informationen zum Trotz – auf unterschiedlichen Standpunkten beharren wird. Zeigt man Verständnis für die Gegenseite, kann man auch in Zukunft vernünftig zusammenleben – ob mit oder ohne Windräder.