Rheinpfalz Klinikum rutscht ins Minus ab

Mit einem Defizit von 1,6 Millionen Euro schließt die Westpfalz-Klinikum GmbH das Jahr 2013 ab. Es ist das erste Minus der Gesellschaft seit ihrer Gründung im Jahr 1995, als in einem ersten Schritt die Häuser in Kaiserslautern und Kusel fusionierten.
Die finanzielle Situation der Westpfalz-Klinikum GmbH mit ihren vier Standorten in Kaiserslautern, Kusel, Kirchheimbolanden und Rockenhausen war in den vergangenen Jahren nie rosig, meistens ging der Wirtschaftsplan jedoch Null auf Null auf. Mehr als eine schwarze Null war nicht zu erwirtschaften, doch im vergangenen Jahr wurde sie nicht erreicht. Geschäftsführer Peter Förster erklärte, die Bilanz der GmbH sei trotzdem nicht im Minus, denn „periodenfremde Einnahmen“ glichen den Etat mit seinen 266 Millionen Euro Einnahmen wieder aus. Den Begriff periodenfremde Einnahmen erklärt er mit Nachzahlungen aus den vergangenen Jahren für Arbeitsleistungen, die zwar vom Klinikum erbracht, aber nicht bezahlt worden seien; etwa von der Kassenärztlichen Vereinigung. Dieses Geld sei nun eingegangen. „Es ist das erste Mal, dass wir den Haushalt über periodenfremde Einnahmen decken müssen“, sagte Förster, der das Defizit als „systembedingt“ bezeichnete. Etwa 60 Prozent der rund 2000 Krankenhäuser in Deutschland erwirtschafteten ein Defizit. Trotzdem dürfe das in 2014 nicht mehr passieren. „Wir wollen dazu alle Möglichkeiten ausschöpfen.“ Im laufenden Jahr rechnet er wieder mit einer schwarzen Null. Referatsleiter Thorsten Hemmer ergänzte, der größte Posten bei den 266 Millionen Euro an Einnahmen seien die knapp 223 Millionen aus den stationären Krankenhausleistungen. Im Klinikum wurden 2013 an allen vier Standorten 52.000 Patienten behandelt. Auf der Ausgabenseite schlagen die Personalkosten mit 170 Millionen Euro zu Buche. Weitere knapp 47 Millionen Euro machen nach Hemmers Worten die Sachkosten aus. Hauptsächlich verantwortlich für das Minus macht der Geschäftsführer die Tariflohnsteigerungen. Sie seien in den zurückliegenden Jahren immer nur zum Teil ausgeglichen worden. 2014 rechnet Förster mit einer Personalkostensteigerung durch die Tariferhöhung von 5,5 Millionen Euro. Davon kommen nach seinen Worten 3,5 Millionen Euro über die Einnahmensteigerung zurück: „Zwei Millionen fehlen jedoch.“ Diese zwei Millionen müssten erwirtschaftet werden; entweder über das Einsparen von Sachkosten oder durch Mehreinnahmen über Mehrleistungen. Im Wirtschaftsplan 2013 war mit einem Minus von etwa 100.000 Euro gerechnet worden. Dass es nun bei 1,6 Millionen liegt, führt Förster unter anderem darauf zurück, dass weniger Leistungen erbracht worden sind als geplant waren. Daher lagen die Erlöse unter den erwarteten Zahlen. „Ein Krankenhausbetrieb lässt sich nicht genau kalkulieren, beinhaltet immer viele Unwägbarkeiten“, konstatierte er. Das Klinikum schrieb 26 Jahre lang ununterbrochen eine schwarze Null. Im Wirtschaftsplan 2008 hatte die GmbH einen Fehlbetrag von 5,7 Millionen Euro erwartet, der jedoch bis Ende des Jahres wieder auf Null reduziert wurde. Sehr schwierige Jahre waren auch 1985, 1995 und 2002. Damals machte die Vorgängerin von Peter Förster, Diana Dietrich, die Einführung der Bundespflegesatzverordnung 1985, die Budgetdeckelung ab 1995 und das DRG-System bei der Vergütung von Klinikleistungen im Jahr 2002 dafür verantwortlich. (ita)