Rheinpfalz Klärschlamm künftig auch verbrennen

Placeholder-Image

Der Zweckverband Abwasserbeseitigung Unteres Glantal wird sich der auf Landesebene gegründeten Anstalt zur kommunalen Klärschlammverwertung anschließen. Dies wurde in einer Sitzung am Dienstag beschlossen. Folglich wird künftig ein Teil des Klärschlamms verbrannt werden.

Bisher wurde der Klärschlamm ausschließlich auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht, jedoch wird dies mit neuen Dünge- und Klärschlammverordnungen immer problematischer, wie der technische Werkleiter Fred Wolf berichtete. Auf Landesebene wurde daher eine Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, für die wiederum die neu gegründete Vertriebsgesellschaft VK Kommunal GmbH eine sichere und wirtschaftliche Verwertung des Klärschlammes (für fünf Jahre) ermöglichen soll. Der Abwasserzweckverband soll zum Jahresende der Anstalt beitreten – die Werkleitung ist ermächtigt, einen Vertrag zum bestmöglichen Preis abzuschließen. Auch nach dem Beitritt zur Anstalt des öffentlichen Rechts könne, wie Werkleiter Fred Wolf erläuterte, unter bestimmten Bedingungen weiterhin ein Teil des Klärschlamms auf Äckern verteilt werden. Erst wenn der Klärschlamm nicht mehr über die Landwirtschaft verwertet werden könne, werde dieser in Mainz verbrannt. Die Kosten seien derzeit noch nicht exakt darzustellen – laut Sitzungsvorlage bewegen sie sich „in einem überschaubaren Rahmen“. Wolf erklärte weiterhin, dass der Faulturm der Kläranlage Lauterecken Verstopfungen aufweise und gereinigt werden müsse. Ein Taucher muss die Situation erkunden. Damit der Taucher überhaupt arbeiten könne, seien einige Vorarbeiten notwendig, berichtete der Werkleiter. So müsse das Gassystem generalüberholt werden, erste Kostenschätzungen belaufen sich hierfür auf rund 20.000 Euro. Eine Fackel, die überschüssiges Gas verbrennt, müsse erneuert werden. Die Kosten dafür lägen voraussichtlich zwischen 20.000 und 25.000 Euro. Der Kostenrahmen für die reinen Vorarbeiten zur Reinigung des Faulturms seien noch nicht ganz absehbar, da es laut Wolf gar nicht so einfach sei, entsprechende Fachfirmen zu beauftragen. Man bewege sich aber im fünfstelligen Bereich. Zahlreiche Informationen wurden bekannt gegeben, darunter, dass die Kosten für die Erneuerung des Leitsystems bei der Kläranlage in Lauterecken bei geschätzten 75.000 Euro liegen. Außerdem werden rund acht Kilometer Kanalleitungen demnächst untersucht und gefilmt. An der Pumpstation Einöllen wurde ein Schalldämpfer für rund 7000 Euro eingebaut, die Pumpstationen in Adenbach und Aschbach für je rund 65.000 Euro saniert und in Hohenöllen eine zusätzliche Regenwasserpumpe für 35.000 Euro eingebaut. Für eine Sanierung der Rechenanlage an der Pumpstation Lauterecken wird mit einem Aufwand von mindestens 50.000 Euro gerechnet. Per Eilentscheidung war festgelegt worden, an der vierten Bündelausschreibung für den kommunalen Strombedarf teilzunehmen. Die Wahl fiel auf Normalstrom, da es sich um die günstigste Stromart handelt. Verbandsbürgermeister Andreas Müller wurde einstimmig zum Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Abwasserbeseitigung bis zum Ende der Legislaturperiode 2019 gewählt.

Mehr zum Thema
x