Rheinpfalz Kenner schätzen Mountainbikepark Pfälzerwald ganz besonders

Wenn sie auf zwei Rädern schwieriges Terrain bewältigen, fühlen sich Carsten Pilz und Heike Kirchner aus Idstein/Hessen am wohlsten. Die begeisterten Mountainbikefahrer sind immer auf der Suche nach tollen Touren und Besonderheiten entlang der Strecke. Was sie, im wahrsten Sinne des Wortes, dabei erfahren, teilen sie mit Mountainbikern via neuer Medien.
Nun haben sie begonnen, den Mountainbikepark Pfälzerwald intensiver kennenlernen. Erstes Fazit: „Wir müssen definitiv nicht weit fahren, um herausragende Strecken zu finden.“ Der Pfälzerwald liegt nicht allzu weit von der hessischen Haustür entfernt. Abwechslungsreich, herausfordernd, mal tiefster Wald, dann wieder lichtere Landschaften, „die bei schönem Wetter an die Toskana erinnern“, sind Pilz und Kirchner begeistert. Sie werden diese Begeisterung weitertragen, unter anderem an Tausende Kollegen bei „Idstein biked“ oder „MTB im Taunus“. In Original-Trikots des Mountainbikeparks Pfälzerwald, die ihnen vom Verein Mountainbikepark überreicht wurden, können sie das jetzt tun. Andreas Schatzmann, begeisterter Mountainbiker aus Waldfischbach-Burgalben, war mit Pilz und Kirchner im Mountainbikepark unterwegs. Zwei Touren lagen schon hinter den drei Bikern, als Schatzmann zum Überraschungsstopp am Bürgerhaus bat, das Mountainbiker kennenlernen können, wenn sie vom Einstiegsportal am Bahnhof Richtung Naturfreundehaus hinaufradeln, um dort endgültig auf die Waldstrecken zu wechseln. Dort wartete Ortsbeigeordneter Roland Schumm, der im Namen des Mountainbikeparks die Trikots überreichte. Die werden die Hessen auf ihren Touren durch Europa tragen – Werbung für den Mountainbikepark. Italien, Island, Österreich, zahlreiche Bike-Strecken in Deutschland, mit höchst unterschiedlicher Ausprägung – vom Elbsandsteingebirge bis zum Allgäu – haben die drei schon gemeistert. Es ging über die Alpen, durch Ligurien. Dass die Toskana nicht nur etwas für Rennradsportler ist, sondern auch für Mountainbiker, können sie beurteilen. Ihr Urteil ist in der weltweiten Bike-Gemeinschaft, vor allem aber in Hessen, wo viele potenzielle Gäste des Mountainbikeparks Pfälzerwald leben, gefragt. Dieser Park „reiht sich ganz weit oben ein“, bestätigte Pilz. Der hohe Anteil an Single-Trail-Abschnitten, „der wirklich klasse Untergrund mit diesem sandigen Boden: Es macht Spaß, hier zu fahren“, bestätigte Kirchner. Auch dass man lange unterwegs sein kann, ohne Straßen zu kreuzen, „ist hervorragend“, unterstrich Pilz. Was ihnen von Anfang an positiv aufgefallen sei: „Die Strecken sind in einem Top-Zustand.“ „Das verdanken wir Udo Bölts, der ist unermüdlich auf den Strecken unterwegs, macht weg, was er selbst wegmachen kann, oder informiert, wo was zu räumen ist“, sagte Karin Vogel-Sharif, die Tourismusbeauftragte der Verbandsgemeinde, die beim Übergabetermin dabei war. Feedback von Mountainbikern ist ihr und ihren Kollegen wichtig. Was Pilz und Kirchner an begeisterte Biker weitergeben, beispielsweise Tipps, wo Biker wirklich willkommen sind, und dies nicht nur ein Schild vor der Gaststätte suggeriert, wie in manchen Fällen, „das sind natürlich für uns sehr hilfreiche Informationen“, bestätigt Vogel-Sharif. Zumal die Mountainbike-Saison „bei uns jetzt wieder richtig los geht“. Vogel-Sharif weiß, dass die Biker den Wald auch besonders zu der Zeit mögen, in der sich das Laub bunt färbt. Dass sie mit ihrem Freund Andreas Schatzmann einen Kenner der Strecken und der Geheimtipps entlang der Strecken an ihrer Seite haben, wissen die Biker aus Hessen zu schätzen. „Es lohnt sich, mit dem Mountainbike in den Pfälzerwald zu fahren. Das weiß ich schon lange“, sagte Schatzmann lachend. Ohne ortskundigen Begleiter empfehlen alle drei jedem Biker unbedingt die GPS-Daten für die geplante Tour herunterzuladen. Sonst können „900 Kilometer für Pfadfinder“, wie der Park sein Streckennetz bewirbt, schon mal zu Irrfahrten werden. Oder, was auch nicht gewollt ist, zu Fahrten auf Premiumwanderwegen. Natürlich kennen Schatzmann, Pilz und Kirchner die Problematik des Begegnungsverkehrs von Wanderern und Mountainbikern (die RHEINPFALZ berichtete). Es sei „Fakt und traurig“, dass es in beiden Gruppen Vertreter gebe, denen am Miteinander nicht gelegen sei, bestätigte Pilz aus eigener Erfahrung. Die weit gereisten Biker haben festgestellt, dass der respektvolle Umgang dort am besten funktioniert, wo echte Enthusiasten aufeinandertreffen, die für ihren Sport richtig trainieren – egal ob beim Biken oder Wandern. In hochalpinen Regionen etwa gebe es immer ein vorbildliches Miteinander. Dass sich Wanderwege und Mountainbikestrecken kreuzen, „lässt sich nicht vermeiden“, hat Kirchner bundesweit festgestellt. „Die Zertifizierung von Premium-Wanderwegen kostet viel Geld. Wenn die Kriterien nicht eingehalten werden, verliert man das Siegel relativ schnell“, erklärte die Tourismus-Fachfrau. Deshalb sei ein echtes Miteinander wichtig.