Eisenberg Keine negativen Auswirkungen

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Breiten Raum nahm in der Sitzung des Stadtrats Eisenberg die Vorstellung der vorgeschriebenen Verträglichkeitsuntersuchung für die Ansiedlung des Lebensmittelmarktes mit rund 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche in der Eisbachaue ein.

Ziel dieser Untersuchung ist die Feststellung, ob durch einen zusätzlichen Vollversorger eine Gefährdung der bestehenden wohnortnahen Versorgung auftreten könnte. Dies schloss Angelika Brendel von einem dafür beauftragten Institut aus Darmstadt als Ergebnis ihrer Untersuchung konsequent aus und verwies auf die bereits erteilte uneingeschränkte Zustimmung zur Ansiedlung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, den Donnersbergkreis und die Planungsgemeinschaft Westpfalz, die in das Genehmigungsverfahren eingebunden sind. Der projektierte Markt sei im Mittelzentrum Eisenberg städtebaulich integriert und habe ein Einzugsgebiet mit rund 25.000 Einwohnern, das unter anderem die VG-Eisenberg, die VG-Hettenleidelheim und Ebertsheim umfasste. Die Kaufkraft für Lebensmittel und Drogeriewaren summiert sich laut Untersuchung in diesem Bereich auf rund 60 Millionen Euro. Weitere interessante Zahlen, die laut Brendel auf fundierten Erhebungen beruhen, sind die im VG-Bereich vorhandenen 7.000 Quadratmeter Verkaufsflächen im Lebensmittel-Einzelhandel mit einem jährlichen Umsatz von rund 27 Millionen Euro. In der Eisenberger Innenstadt erreichen die elf Lebensmitteleinzelhändler auf einer Verkaufsfläche von rund 1.100 Quadratmetern einen Umsatz von rund vier Millionen Euro. Aufgrund ihrer Untersuchung sei durch den neuen Vollsortimenter nur mit geringen negativen Auswirkungen auf den Bestand zu rechnen, obwohl es für einzelne Geschäfte bei Überschneidungen im Angebotssortiment Risiken geben könnte. Laut Erhebung kommen pro Tag durchschnittlich rund 900 Kunden zum neuen Geschäft, die zumindest teilweise auch weitere Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt nutzen werden. Peter Funck (FWG) sah in der Neuansiedlung einerseits eine „Gefährdung der Innenstadt, aber auch eine riesige Chance“, die unterm Strich weitaus größer sei. Der Befürchtung von Sissy Lattauer (SPD), dass die Innenstadt durch den neuen Einkaufsmarkt „veröde“, hielt Stadtbürgermeister Kauth entgegen, dass solch ein Markt die Attraktivität steigere und stellte die Frage, was geschehe, „wenn wir in der Innenstadt nichts tun“. Kauth wies wegen Bedenken aus der SPD-Fraktion gegen den Einkaufsmarkt auf den Beschluss des „alten“ Stadtrates zu Beginn des Jahres hin, der dem Geländeverkauf und dem Vorvertrag mit dem Investor zustimmte. Falls sich der neue Stadtrat gegen das Vorhaben entscheide, müsse die Stadt wegen der vertraglichen Bindungen mit Entschädigungszahlungen in mehrstelliger Höhe rechnen, so Kauth. Mit Mehrheit stimmte der Stadtrat der Verträglichkeitsuntersuchung zu, und nahm damit zur Kenntnis, dass durch den geplanten Lebensmittelvollversorger keine Gefährdungen für den zentralen Versorgungsbereich der Stadt oder für die angrenzenden Orte entstehen. (hsc)

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