Kultur Südpfalz Kein Wettstreit

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Mit „Helden und Legenden“ beschäftigte sich das dritte Pfälzer Poetenfest am vergangenen Samstag in der Kulturscheune Bachstelznest in Annweiler-Queichhambach. So groß war der Andrang von Autoren, dass Hausherr Helmut Seebach, Volkskundler und Verleger, beide Vortragsräume zur Verfügung stellen musste.

Mehr als 25 Poesie-Schaffende hatten sich eingefunden, dazu zwei Künstler, die sich der Musik verschrieben hatten. Die meisten kamen aus der Pfalz. Einige waren aus dem Saarland angereist und auch aus fränkischen und schwäbischen Regionen. Sogar in Köln und Hamburg war der Aufruf vernommen worden. Organisatorin Birgit Heid, zweite Vorsitzende des Literarischen Vereins der Pfalz und selber Lyrikerin, war zufrieden über die für sie erstaunliche Resonanz. Ein Wettstreit war nicht beabsichtigt. Es handelte sich lediglich um einen Austausch von Dichtkunst zum vorgegebenen Thema. Entsprechend familiär ging es auch zu. Lesungen von jeweils 15 Minuten Länge wechselten einander ab mit einer längeren Pause zu jeder vollen Stunde. Sie wurde ausgiebig angenommen für Gespräche und gegenseitiges Kennenlernen. Zur Sprache kamen neben in Hochdeutsch gehaltenen gereimten und ungereimten Gedichten auch solche in Mundart, durchweg mit zum Nachdenken auffordernden Inhalten. Der Drang nach abgerundeten, ausgewählten Ausdrucksformen, nach disziplinierter Wortwahl war unverkennbar. Als „Helden“ der Miniaturen galten, wie sie auch Renate Demuth aus Kaiserslautern vorstellte, „nicht Siegfried und nicht Apoll“. Der Held ihrer in Dichtung umgesetzten Erinnerungen aus Kindheitstagen war der Großvater, eine Idealgestalt an Opa, eine wahre Schatzkiste, beladen mit fantastischen Geschichten, Märchen, Zaubersprüchen, er selbst zufrieden mit seinem einfachen Leben ohne Ansprüche. Demuth stellte augenscheinliche Helden wirklichen Menschen gegenüber, stellte den dünkelhaften „Helden“, der nur seine Pflicht getan habe und „strunzt mit Lamettazeich“ solchen gegenüber, die ihr Gewissen „mit ihrem Blut haben bezahlen müssen“. Ehemann Klaus Demuth verstand es, auf dem E-Piano dazu die entsprechende musikalische Untermalung zu entwerfen. Auch Bernd Pol aus Worms, der schon länger als 20 Jahre schreibt, beschwor in seinem Gedicht „Heldenträume“ die Notwendigkeit des Antiheldentums. Es brauche Menschen, die vergeben könnten und nicht nach Konflikten suchten, war sein Fazit. (ppo)

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