Rheinpfalz Kaufvertrag für Bahnhof unterschriftsreif
Die Deutsche Bahn hat bestätigt, dass sie mit einem Kaufinteressenten für den Zweibrücker Bahnhof in abschließenden Vertragsverhandlungen ist. „Dem potenziellen Käufer liegt der Grundstückskaufvertrag zur Prüfung vor“, teilte die Pressestelle des Regionalbüros der Bahn in Frankfurt auf Anfrage mit.
Nachdem das bald 150 Jahre alte historische Gebäude im März auf dem Internetportal bahnliegenschaften.de zum Auktionspreis von mindestens 409.000 Euro offeriert wurde, waren bis Anfang Mai mehrere Angebote eingegangen. Zur Anzahl will sich die Bahn nicht äußern, nach RHEINPFALZ-Informationen sollen es vier gewesen sein. Auch zum potenziellen Käufer und dem möglichen Kaufpreis schweigt die Pressestelle. Die Bahn geht davon aus, dass der Kaufvertrag innerhalb der nächsten drei Monate notariell unterzeichnet werden kann. So lautete die Antwort auf eine schriftliche Anfrage. Wie die Bahn weiter mitteilt, steht sie mit der Stadt in Kontakt und hat die Verwaltung im Zuge des Bieterverfahrens beteiligt. Wie der Kaufinteressent das Bahnhofsgebäude künftig nutzen will, ist nicht bekannt. Mit der Stadt, der die Planungshoheit obliegt, hat er sich nach Kenntnis von Bürgermeister Christian Gauf bisher nicht in Verbindung gesetzt. „Ich kenne den Interessenten nicht und habe bislang auch den Kaufvertrag nicht gesehen“, sagte Gauf. „Es wäre gut, wenn der Käufer frühzeitig das Gespräch mit der Stadt suchen würde, um uns seine Pläne vorzustellen“, so Gauf. Er hofft, dass der Käufer wisse, wie wichtig den Zweibrückern ihr Bahnhof sei, und dass er auch in der Lage sei, dieses Projekt entsprechend zu entwickeln. Die Pressestelle der Bahn weist darauf hin, dass die Stadt gemäß Baugesetzbuch ein Vorkaufsrecht hat. Der Bürgermeister hat da aber Bedenken. Das sei nämlich an bestimmte Bedingungen wie ein Sanierungsgebiet geknüpft. Außerdem könne die Verwaltung den Bahnhof nicht nutzen. Die Gewobau, die einige stadtbildprägende Gebäude gekauft und renoviert hatte – unter anderem die Villa Rothenberg, in der jetzt eine Privatklinik untergebracht ist, und die Alte Post, in der Wohnraum für Senioren geschaffen wurde –, hatte nach Angaben von Co-Geschäftsführer Rolf Holzmann von der Stadt bislang kein Signal erhalten, „dass wir uns mit dem Bahnhof näher befassen sollen“. Im Gewobau-Aufsichtsrat habe man das Thema lediglich diskutiert. Das Bahnhofsgebäude ist eines der wenigen Zweibrücker Bauwerke aus dem 19. Jahrhundert. 1872 errichtet, kamen 1918 die Eckbauten hinzu. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde der Bahnhof in den 1960er Jahren wiederaufgebaut und dann in den 1980er Jahren komplett renoviert. Heute ist das Gebäude wieder renovierungsbedürftig. Das Grundstück ist 1600 Quadratmeter groß. In dem Gebäude sind vier Wohnungen, eine Gaststätte, eine Versicherung und eine Taxi-Zentrale sowie ein Hausmeister untergebracht. Die Mieteinnahmen gibt die Bahn mit jährlich 33.000 Euro netto an.