Rheinpfalz Kanalsanierungen gehen weiter

Die nächsten Arbeiten, um das Kanalnetz in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben zu sanieren, stehen an: Wenn der Verbandsgemeinderat in seiner heutigen Sitzung (19 Uhr, Rathaus Thaleischweiler-Fröschen) zustimmt, werden für 770.000 Euro der Hauptkanal in einem Teil der Ortsdurchfahrt in Thaleischweiler sowie der Hauptkanal in der Hauptstraße in Höheischweiler saniert.
Der Werksausschuss empfahl am Dienstag einstimmig, den Auftrag an die Firma Jeschke Umwelttechnik aus Stutensee bei Karlsruhe zu vergeben. Saniert wird in Thaleischweiler-Fröschen der Hauptkanal in der Biebermühler Straße sowie in der Hauptstraße bis zur Ecke Talstraße/Schwarzbachstraße. Der Kanal in der Biebermühlerstraße stand in der Ausbauprioritätenliste weit vorne. Weil derzeit die Straße nach Höheinöd ausgebaut wird und die Biebermühlerstraße als Umleitung benutzt wird, waren die Arbeiten zurückgestellt worden. Am 27. Mai soll die Straße nach Höheinöd wieder befahrbar sein. Deshalb soll der Kanal in der Biebermühler Straße laut Karl-Peter Wolter vom Ingenieurbüro HWB Concept GmbH in den Sommerferien saniert werden. Vorgezogen wird die Kanalsanierung in der Ortsdurchfahrt in Höheischweiler, weil der Landesbetrieb Mobilität (LBM) die Straße 2018, spätestens 2019, ausbauen will.In beiden Gemeinden wird mittels Inlinerverfahren saniert. Das Beste, was die Technik derzeit biete, sagte Wolter. Der aus Glasfaser bestehende Inliner wird in den bestehenden Kanal eingezogen und gleicht Setzungen und Verschiebungen aus. Vorteil: Die Straße muss nicht aufgerissen werden. In allen Kanälen zeigten die Filmaufnahmen von den Schadstellen, dass es Risse und Scherbenbildung gibt, dass Grundwasser hineinläuft, dass Teile des Kanals verrostet sind und nicht fachmännisch gearbeitet wurde beim Einbau vor mehr als 50 Jahren. Das Kanalnetz sei bis an die Grundstücksgrenze Eigentum der Verbandsgemeindewerke, erläuterte Werkleiter Joachim Becker auf die Nachfrage von Jörg Juner (SPD), ob nicht Grundstückseigentümer finanziell beteiligt werden könnten, wenn nachweislich sei, dass der früher mal selbst hergestellte Anschluss des Grundstückseigentümers den Schaden verursacht habe. Ob fachmännisch gemacht oder nicht, „da wurde früher nicht so hingeschaut, das war nicht so wichtig“, sagte Becker. Der Werkleiter erklärte, dass für diese Maßnahme ein Zuschuss in Form eines zinslosen Darlehens in Höhe von etwa 300.000 zu erwarten ist. Sieben Bieter gab es. Zu den Voraussetzungen gehört, dass in den Sommerferien gearbeitet wird. Die Firma, die den Auftrag bekommen soll, saniert derzeit den Kanal in Thalfröschen. Wird der Auftrag vergeben, soll anschließend der Hauptkanal in Höheischweiler saniert werden. Dort sind zuvor noch Hausanschlüsse zu sanieren, wofür aufgegraben werden muss. Auf der 521 Meter langen Strecke, die saniert wird, seien 117 Anschlüsse gefilmt worden, sagte Wolter. Der Anschluss der Sinkkästen, die für die Entwässerung der Straße dienen, sei Sache des LBM. Von den 78 Hausanschlüssen, die begutachtet wurden, sind 21 zu sanieren. Das sei ein guter Wert, stellte Wolter fest. Manche Anschlüsse sind allerdings extrem defekt. Lustige Sachen fanden die Kanalspezialisten beim Filmen. Offenbar hatte ein Anlieger beim Herstellen des Anschlusses einen Sack mit Kälberfutter am Kanalanschluss abgestellt. Dessen Logo hatte sich in den Beton gedrückt und war auf dem Film gut sichtbar. Mit erwarteten Kosten von 150.000 Euro ist die Sanierung der Hausanschlüsse teurer als erwartet. Grund ist, dass ein Bodengutachten gezeigt hat, dass Asphaltdecke und Unterbau mit Schadstoffen belastet sind die teurer entsorgt werden müssen. Abwickeln ließen sich die Arbeiten relativ problemlos, skizzierte Wolter. Es funktioniere mit halbseitiger Sperrung der Straße. Bei zwei Enthaltungen stimmte der Gemeinderat dem Erschließungsvertrag mit der Schmitshauser Firma B. Staab Bauträger- und Erschließungs GmbH für den Kanalbau in der Altschmitshauser Straße in Schmitshausen zu. Am Ende der Straße wird eine Erschließungsstraße rechtwinklig bergauf abzweigen, wo drei Bauplätze entstehen.