Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslauterns Landfrauen-Kreisvorsitzende Ingrid Stach findet klare Worte, wenn es um die Zukunft der Geburtshilfe geht

Mag’s ordentlich: Ingrid Stachs Schreibtisch ist immer aufgeräumt.   Foto: VIEW
Mag’s ordentlich: Ingrid Stachs Schreibtisch ist immer aufgeräumt.

Die Landfrauenvorsitzende im Kreis Kaiserslautern, Ingrid Stach aus Bruchmühlbach-Miesau, bezieht gerne alle Frauen ein, nicht nur Bäuerinnen. Und auch Männer sind ihr willkommen. Zurzeit treibt sie vor allem um, dass Frauen in der Region und landesweit weiterhin gynäkologisch gut versorgt sind.

Der Laptop auf dem Schreibtisch von Ingrid Stach ist im Dauerbetrieb. Aktuell geht es bei der Landfrauenvorsitzenden um die Teilnahme an einer Demonstration in der Landeshauptstadt im Herbst, den Bauernmarkt in Ramstein Anfang Oktober, das Jahresprogramm des Vereins für 2020 und um Studienfahrten. Jede Menge andere Dinge rund um die Landfrauen, aber auch solche, die Privates und weitere Ehrenämter betreffen, wollen ebenfalls erledigt werden.

Das Büro, in dem das alles bearbeitet wird, ist klein, der antike Schreibtisch, auf dem der kleine Computer steht, aufgeräumt. Der erste Eindruck scheint nicht zu trügen. „Ich sortiere gerne“, gibt die Landfrau unumwunden zu, sagt auch, dass sie wichtige Dinge wie Adresslisten ausdruckt. Die hängen direkt über dem Schreibtisch, bereit für das nächste Telefonat. Eine Etage höher, auf einem hölzernen Bord, thronen Pokale. Die zeugen von den Erfolgen der Hengststation Stach. In Miesau waren Ingrid und ihr Mann Otto Stach über Jahrzehnte der Anlaufpunkt für Züchter und Pferdeleute. Das gehört der Vergangenheit an. Die Pokale auf der anderen Seite des Zimmers sind Gegenwart. „Die gehören zu den Erfolgen in der Taubenzucht meines Mannes.“

Terminkalender ist voll

Ein ziemlich abgegriffener Terminkalender – aus Papier – liegt auf dem Schreibtisch. „Anders geht es bei mir nicht!“ – eine klare Aussage gegen eine digitale Terminierung. Dabei handelt es sich um ziemlich viele Termine. Ingrid Stach ist Landfrauenvorsitzende mit Leib und Seele. Sie ist Mitglied in der Lokalen Aktionsgruppe Westrich-Glantal, einem Ausschuss, der die Region voranbringen soll. Als Hauswirtschaftsmeisterin übernimmt sie auch regelmäßig die Vertretung in der Kita-Küche in Miesau.

„In großen Töpfen kochen, das mache ich gerne. Wenn die Teller dann geputzt zurückkommen, freut mich das.“ Ja, sie kocht auch mal was aus dem Landfrauen-Kochbuch. Das kommt bei den Kindern an, sagt sie. Bedauerlich sei nur, dass die Heimatkochbücher, von den Landfrauen 2013 auf den Markt gebracht, längst ausverkauft sind. „Das war eine tolle Sache, wir haben uns das zugetraut und einfach gemacht“, blickt Stach auf eine arbeitsreiche Zeit zurück. Vor ihr und ihrem Landfrauenteam liegt nun aber nicht weniger Arbeit.

Zur Demo nach Mainz

Dazu zählen die Unterschriftenlisten mit der Forderung „Stoppt die Schließungen der Geburts- und Gynäkologiestationen in Rheinland-Pfalz“, die auf dem Schreibtisch liegen. „Das lassen wir uns nicht bieten“, ist Ingrid Stach gleich bei der Sache. Direkt und ohne Umwege formuliert sie ihre Überzeugung: „Wenn Männer Kinder kriegen würden, dann wäre in jedem Ort eine Geburtsstation.“ Noch sei die Westpfalz zwar gut versorgt, „aber wer weiß, wie lange noch. Außerdem müssen wir alle zusammen ein Zeichen setzen, dass es so nicht geht“, betont die Miesauerin. Also kümmert sich Stach darum, dass mit ihr viele weitere Frauen aus dem Landkreis die Forderung mit einer Unterschrift unterstützen und möglichst viele Frauen am 25. September mit nach Mainz zur großen Demonstration fahren.

„Wir setzen uns ein“

Es sind nicht nur die Vereinsmitglieder und schon gar nicht nur Bäuerinnen, um die sich die Landfrau müht. „Wir sind kein geschlossener Verein, wir sind Frauen und wir setzen uns ein.“ Wenn Ingrid Stach solche Sätze sagt, klingt das nicht nach einer Parole, sondern nach tiefer Überzeugung. Deshalb werkelt sie, natürlich im Team mit dem Vorstand, auch an einem Jahresprogramm 2020, das irgendwie alle anspricht. So bindet sie bei der Vorbereitung für den Bauernmarkt am 6. Oktober in Ramstein ganz selbstverständlich auch Nichtmitglieder ein. „Wir freuen uns über Nicht-Landfrauen, die mithelfen und uns kennenlernen möchten“, wirbt sie um weitere Helfer, die übrigens auch männlich sein dürfen.

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