Rheinpfalz Künftig steuert Hobby-Rennsportler gemächlich auf Oldtimer-Kurs

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BLIESKASTEL/ST. INGBERT. Seit 33 Jahren ist Fredi Marquitz begeisterter Amateur-Rennfahrer. Der Rohrbacher hat es zum saarländischen Slalom-Meister gebracht, ist seit 25 Jahren im Homburger Automobilclub. 20 Jahre lang war er als Internationaler Technischer Kommissar aktiv, holte ungezählte Pokale. Jetzt, mit 55, geht Marquitz die Sache ruhiger an. Seinen Renault Twingo fährt er aus Spaß an der Freud’. Und restauriert einen BMW E 30, um damit bei Oldtimer-Rennen zu starten.

Angefangen hatte alles schon zu Kindertagen. „Als kleiner Junge war ich mit meinem Onkel am Hockenheimring beim Jim-Clark-Gedächtnisrennen. Über meinen Schwager – der war Sportwart beim MSC Landsweiler-Reden – bin ich 1983 zum Motorsport gekommen“, erinnert sich Marquitz. Ein Jahr später fuhr er seine ersten Slalomrennen, damals noch im Familienauto: „Sonntagmorgens flog der Kindersitz raus, hinten kam ein Rohr rein, dann bin ich Rennen gefahren.“ Schon drei Jahre später schafft es der aus St. Ingberts Stadtteil Rohrbach stammende Rennsportler aufs Treppchen, wird Dritter, 1988 ist er saarländischer Vizemeister. 1989 hätte er es zum Saarlandmeister geschafft, doch wird das Ergebnis wegen seiner Platzierungen aus den beiden Vorjahren nicht gewertet: Denn Marquitz ist als Amateur unterwegs. „Es gab eine Regelung, dass man als Amateur nicht dreimal hintereinander unter den ersten Drei sein kann. Sonst wird das zu professionell“, erklärt Marquitz. Zumindest inoffiziell darf er sich aber dennoch mit dem Titel schmücken. 1991 erweitert Marquitz sein Hobby, fährt Bergrennen und Rallyes. Bis heute fährt er immer wieder auf drei Stammstrecken: seit 1993 die Homburger Hausstrecke beim Bergrennen auf dem Käshofer Sträßchen, dazu Wolfsfeld und Eichenbühl im Odenwald. All dies privat im Amateurstatus beim Homburger Automobilclub (HAC). Bei dem hat er insgesamt elf Vize-Vereinsmeistertitel gesammelt. Der Saarpfälzer beschränkt sich auf regionale Rennen. „Bei größeren Entfernungen brauchen sie mit Hänger acht bis zehn Stunden Fahrzeit. Da müssen sie Urlaub nehmen, freitags los, samstags Qualifikation, sonntags Rennen. Da haben sie vier Tage Stress“, erklärt Marquitz. Das will er sich nicht antun. Denn da sind ja noch Beruf und Familie. Kfz-Meister Marquitz ist Geschäftsführer im Autohaus Groh im Blieskasteler Stadtteil Webenheim, seit 13 Jahren selbstständig. Vor drei Jahren wurde das Autohaus neu gebaut, 13 Leute arbeiten hier. Seit 35 Jahren ist er verheiratet; er hat eine Tochter. „Meine Frau hat viel Geduld aufgebracht, wenn ich am Wochenende in der Werkstatt verschwand. Um ein Auto aufzubauen, muss man ein halbes Jahr lang sehr viel Zeit investieren.“ Das ist jetzt wieder der Fall: Fredi Marquitz hat sich einen alten BMW E 30 gekauft, den er für Oldtimer-Rennen herrichtet. Der BMW ist derzeit Marquitz’ einziges größeres Projekt. Seine Hochphase im Motorsport sieht er hinter sich. „Früher war ich engagierter, motivierter, wollte gewinnen. Tatsächlich war ich einige Male ziemlich gut unterwegs. Aber heute will ich vor allem Spaß haben. Ich mache jetzt alles nur noch so, wie es geht. Und wenn es morgen nicht mehr gehen sollte, dann ist das eben so.“ Schon seit zehn Jahren verschenkt er Pokale, die er bei seinen Rennen gewonnen hat, an Kinder. Fast 70 Trophäen, die er im Lauf der Jahrzehnte eingeheimst hatte und die „zuhause und in der Firma nur rumstanden, habe ich entsorgt. Die schönsten habe ich behalten, der Rest kam weg“. Jeute ist er viel mit dem Mountainbike unterwegs, „wegen der Kondition.“ 2016 hat Marquitz bei zwei Bergrennen und einer Rallye zwei Siege und einen zweiten Platz eingefahren. Für ihn ist klar, dass er auch noch eine Zeit lang am Steuer schneller Wagen sitzen wird. Aktuell ist er mit einem Renault Twingo unterwegs. Im Verein organisiert er das Homburger Bergrennen mit, betreut zwei andere Fahrzeuge. Als Internationaler Technischer Kommissar prüft er Boliden vor den Rennen. „Ich würde gern öfter Rallye fahren, aber der Zeitaufwand ist zu groß“, bekennt Fredi Marquitz: „Das geht von morgens acht Uhr teils bis Mitternacht, das muss nicht sein. Es soll ja Spaß machen. Ich finanziere mein Hobby ja komplett privat. Familie, Haus und Umfeld gehen für mich vor. Deswegen bin ich auch nie Weltmeister oder Star geworden.“ |benj

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